SCHLAFEN GEHEN!
Ein grelles Klingelzeichen schreckt mich auf, Und laute Rufe folgen:„ Schlafen gehen!" Nur Nichtstun füllte diesen Tageslauf, Ich durft' mich nur im engen Kreise drehen.
Noch einmal nehm' ich stramme Haltung an, Noch einmal öffnet sich das schwere Schloß. Das Messer muß ich vor die Türe legen, Damit ich keine Dummheit machen kann Und mich gar selbst mit letztem, feigem Schritt Entzieh' des Henkerbeils gerechtem Segen. Und wieder sag' ich inhaltlos: ,, Gut' Nacht!" Die Lüge klingt in diesem Worte mit; Ich könnte hier nur meine Ruhe finden,
Wenn mich ein lieb' Gesicht hätt' angelacht.
Der Welt dort draußen gilt mein Abendgruß,
Möcht' ihr den Kranz des sanften Schlummers winden.
Dem Kerker aber gönn' ich Gutes nicht,
Will ihn und seine Herren einst verklagen;
Und tagt für ihn das wahre Volksgericht,
So werd' ich höhnisch ,, Gute Nacht!" ihm sagen!
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