Deutschen seien Barbaren und Heiden, meinte die unduld- same Klosterlehrerin und rief gar den Teufel zu Hilfe. Hat nicht auch er seine Hand im Spiele? Die Deutschen sind eben des Teufels.

Das geht wahrhaftig zu weit! rief Herr Guillo laut. Und ich nickte und wollte ihm zustimmen, aber da erhob sich doch die Frage, ob nicht doch etwas an dem war, was Fräulein

Hamonou gesagt hatte

Um die Dinge zu erklären, mußte man nüchterner reden.

Inflation, Agrarkrise und Industriekrise, Massenarbeitslosig- keit und sogenannte Überproduktion. Herr Guillo lauschte aufmerksam, Fräulein Hamonou aber schüttelte den streng- gescheitelten Kopf. Zu viele Ursachen zählte ich ihr auf. Wollte ich, der Vertriebene, Hitler entschuldigen?

Das wollte ich wahrhaftig nicht! ‚‚Ich bin ihm mehr Feind als mancher Ihrer Landsleute! rief ich nun doch zornig.

Fräulein Hamonou konnte das nicht verstehen. ‚‚Ich werde nicht klug daraus, sagte sie.Entweder Sie sind für die Deutschen oder Sie sind gegen die Deutschen .

Ich bin für das deutsche Volk und gegen seine Herren. Der Krieg..., sagte ich.

Ah, der Krieg! Weder Herr Guillo noch Frau Levrat wollten davon etwas wissen.

Schade, daß wir nicht ein Gesellschaftsspiel gespielt ha- ben, sagte Frau Guillo,‚dieses Reden über die Politik....

Sie wurde von Fräulein Hamonou unterbrochen, die als erste ging. Dann erhob sich auch Frau Levrat.

Dormez bien dans les bras de Morphee, wünschte Frau Guillo. Die blonde Frau Levrat drehte sich in der Tür um.

Ah, les bras de Morphee, sagte sie,pendant que vous dormez dans les bras de votre mari! Bon soir.

Unser Zimmer war erfüllt von einem starken Jodgeruch,

den das Meer hereingetragen hatte.

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