ziergänge am Strande machte sie allein, stets unter ihrem Wollcape verborgen.

Am Strande stieß ich zunächst auf Frau Levrat. Sie saẞ als gute Französin mit einer Häkelarbeit beschäftigt- die blonden Haare dem Wind überlassend, im Sande und bewachte Cecile und Jaqueline, die miteinander spielten. Cecile klopfte ihrer Altersgenossin mit ihren kleinen Fäusten zunächst auf den Rücken, dann auf den Kopf. Sie verwunderte sich, daß Jaqueline nun schrie und beobachtete sie mit heiterem Inter­esse. ,, Vilaine!" rief Frau Levrat. Sie tröstete Jaqueline. Die Dicke richtete sich jetzt zu einem kleinen Gehversuch auf, den sie schon nach wenigen Schritten mit einem sanften Fall abschloß. Inzwischen war auch Cecile aufgestanden und lief den Strand hinunter geradenwegs aufs Meer zu. Sie winkte Ellen und den Guillos entgegen, die sich von den Wellen überschütten ließen.

Als ich Cecile einholte, waren ihre großen, blauen Augen starr auf das Wasser gerichtet. Sie rief ihr helles ,, Ah" be­gehrend und bewundernd zugleich, und eh ich's mich ver­sehen hatte, war sie meinen Händen entwischt und lief weiter den Wellen entgegen, so daß ich sie mit neuem, festerem Griff wieder einfangen mußte. Nun zappelte der kleine Mensch un­geduldig zwischen meinen Händen.

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Cecile streckte ihre Arme der Flut entgegen und sah lachend auf die Wellen zu unseren Füßen. Ich hob sie auf meine Schultern und trug sie den Strand hinauf zu ihrer Mutter. Kaum daß ich sie niedergesetzt hatte, wollte sie wieder ent­fliehen. Erst die Erfindung eines neuen Spieles wir be­gruben ihren Fuß im warmen Sande und ließen ihn dann plötzlich Auferstehung feiern konnte sie davon abbringen. Inzwischen waren auch die drei Schwimmer dem Wasser ent­stiegen. Schnaufend schüttelten sie die salzigen Tropfen von der Haut. Frau Guillo herzte Jaqueline. Ellen rauchte. Herr

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