Dieser Wald ist noch jung, wie wir in Labouheyre erfahren hatten. Dort hat man dem Manne ein Denkmal errichtet, der diesen Wald anpflanzen ließ, um den Wanderdünen ein Halt zu gebieten und um der Bevölkerung dieser Küste einen Verdienst zu schaffen, denn die starke Brandung macht den Fischfang fast unmöglich.
Die heiße Luft des Herbsttages war erfüllt vom Geruch des Harzes, das den Bäumen entfloẞ. Sie waren sämtlich mit einem Axthieb angeschlagen. Unter dem hellen Streifen dieser Wunde, die alle Bäume in gleicher Höhe trugen, befand sich ein tönernes Gefäß. In ihm sammelte sich das ausfließende Harz . Aber die Harzindustrie lohnte sich schon nicht mehr. Die von ihr erzeugten Stoffe wurden bereits auf synthetischem Wege billiger hergestellt.
Hohe Brombeerbüsche standen am Wegrande, überladen mit großen, schwarzglänzenden Früchten. Wir aßen und fühlten Erfrischung durch den bittersüßen Geschmack der Beeren. Später tranken wir Kaffee im ,, Fronton", einem Waldwirtshaus, das seinen Namen von einer hohen rotgestrichenen Mauer herleitete, gegen die eifrige Pelottespieler knallend ihre Holzbälle jagten. Eine Weile spielten wir Pingpong. Ellen gewann. Doch erinnerte ich mich dann endlich des Leutnants Bertram, der noch immer in der Türe stand, und ich drängte zum Aufbruch.
Zurückgekehrt in die Villa Therese trennten wir uns. Ellen stieg den meerseitigen Hang der Düne hinunter, ich aber bezog wieder meinen Posten am Tisch auf der Ter
rasse.
Weit dehnte sich der Horizont, der Ozean leuchtete grünlich im Licht der Nachmittagssonne, die Luft war warm und frisch zugleich, denn der Wind ruhte nicht. Je weiter der Nachmittag voranschritt, um so ungeduldiger wurde ich, die Schriftzeichen vergrößerten sich unwillkürlich, damit die Sei
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