mit, daß sie schlafe. Herr und Frau Guillo unterhielten sich. Die kleine Jaqueline saẞ rund und vergnügt neben ihrem Vater und spielte mit dem Spankörbchen, in dem die Wein­trauben lagen.

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,, Omelette à la Reine", kündigte Fräulein Bergas feierlich an. Es war ein einfaches Omelett. Der hochfahrende Name tat ihm keinen Abbruch. Den Fleischgang es gab Huhn hatten wir schon zur Hälfte verzehrt, als Fräulein Hamonou mit üblicher Verspätung hereinhuschte. Sie neigte den Kopf mit dem streng gescheitelten Haar zu stummem Gruß, wie ihn Nonnen an sich haben. Flüsternd bestellte sie Tee statt des Weins.

Die Gespräche der Gäste an der Mittagstafel beschränkten sich auf kurze, höfliche Bemerkungen. Man bestätigte sich, daß das Wetter gut sei, man bestätigte Fräulein Bergas die Vorzüglichkeit ihrer Speisen. Aber heute konnte Herr Guillo doch nicht umhin, über die Kriegshandlungen in Abessinien zu sprechen.

Er verabscheute Mussolini , er war ein Kriegsgegner und darin stimmte ihm Frau Levrat zu. Sie, die sonst so still war, wurde lebhaft und verlor alle Zurückhaltung. Der Krieg war grausam, eine unvernünftige und hassenswerte Angelegen­heit. So sagte sie. Sie erhob sich und lächelte schmerzlich, als sie ging.

Nach dem Essen wanderten wir ein Stück ins Dorf hinein an der Haltestelle der Kleinbahn vorbei, von der wir bei unserer Ankunft zum erstenmal das Meer gesehen hatten. Dann gingen wir zu dem schmalen Flüẞchen hinunter. An sei­nen stillen, romantischen Ufern erholten wir uns von der Großartigkeit des Meeres. Unser Weg führte an kleinen Villen vorbei, die seltsam klingende baskische Namen trugen. So gelangten wir in den weiten Kiefernwald, der sich vierzig Kilometer breit an der Küste der ,, Landes" entlangzieht.

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