,, Und dann diese rote hier?" fragte Ellen. Mit welcher Freude doch war sie bei ihrer Sache! Und wieviel andere Muscheln noch gab es zu zeigen, flache, glatte Schalen mit weichen Pastellfarben, kleine, sorgfältig gedrechselte Tür­me, Seesterne und tiefe, grobkörnig gerillte Hörner von elfen­beinernem Weiß.

Ich sah kaum mehr hin.

,, Du bist nicht nett zu mir", sagte Ellen. Ich spürte es selbst und hätte es gern gutgemacht. Statt dessen schwieg ich, be­schämt und trotzig.

,, Dabei hast du mich doch erst darauf gebracht", sagte Ellen. ,, Du hast davon gesprochen, wie du selber Muscheln gesammelt hast, als du allein warst, in der Bretagne ."

,, Gewiß, gewiß. Nur schleppst du zu viel heran. Das ganze Zimmer liegt schon voll."

,, Nur die Schönsten habe ich aufgehoben. Und sie sind alle verschieden."

,, Na, hör mal, zum Beispiel diese Türmchen, davon hast du mindestens ein Dutzend."

,, Jedes hat eine andere Farbe."

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Wir werden uns einen eigenen Koffer dafür anschaffen müssen."

Ellen legte mir die Zeitung hin. Die Sonne brannte und wir schwiegen. In der Zeitung fanden sich Nachrichten über den eben beginnenden Krieg in Abessinien. Außerdem hieß es, daß der Völkerbund einberufen werde.

Von der Veranda rief uns Fräulein Bergas zum Essen: ,, Il est servi."

Da Ellen sich noch umziehen mußte, kamen wir erst spät in den hellen Speiseraum, durch dessen große Fenster wir auf das Meer hinuntersehen konnten.

Frau Levrat teilte uns auf unsere halb als Gruß vorge­brachte Frage nach Cecile wie allmittäglich leise und lächelnd,

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