Motorengeräusch unterbrach mich. Ich trat auf die Düne vor der Terrasse. Vom Norden her, also vom Flughafen Bisca­ rosse kommend, jagte ein Doppeldecker über den Strand. Der Pilot winkte lustig heraus, doch war die Maschine schon vor­über, ehe ich seinen Gruß hätte erwidern können.

Mit der Ebbe war die See zurückgewichen. Im feuchten Sande sah ich Ellens Fußtapfen. Sie kauerte im flachen Was­ser auf den Knien und las Muscheln auf. Eine Möwe segelte mit dem Nordwind heran, der klares Wetter versprach. Wi­derwillig kehrte ich um und setzte mich an meinen Tisch. Ich hatte die Füllfeder in der Sonne liegenlassen. Nun fühlte sie sich heiß an und zeigte einen grünlich- schimmligen Glanz.

Von jener Erziehung zum Tode sollte der Oberleutnant Harteneck reden, die ein besonderes Merkmal der modernen faschistischen Heere ist. Gleich den Giftgaschemikern, die fiebernd nach neuen Zusammensetzungen ihrer Kampfstoffe suchen, sitzen die ,, Wehrpsychologen" in ihren Laboratorien und suchen ein Seelengift. Es soll den Lebenswillen in willige Todesbereitschaft verwandeln. Ein starkes Gift wird gebraucht: der im modernen Kriege auf sich selbst gestellte Soldat soll aus Überzeugung handeln. Mit den alten Mitteln kommt man dabei nicht weit. Hat man etwa in den Schützengräben der Jahre 1914 bis 1918 von der Verteidigung des ,, Vaterlandes" reden hören? Nicht die Spur, erklären die Giftköche frei­mütig, wie sollte der Soldat, der kein Vaterland kannte, vom Vaterlande reden. Aber was soll man an seine Stelle setzen, welchen neuen Begriff soll man schaffen? Und lassen sich denn Begriffe so einfach am Schreibtisch erfinden? Kamerad­schaft Ehre- Mannesstolz? Die Wehrpsychologen fühlen selbst, wie schwach das ideologische Rüstzeug ist, das sie da zimmern. Es reicht wohl aus zu einem kurzen Überfalls- und Eroberungskrieg gegen einen schwächeren Gegner, zu einem Raubkriege also. Aber da, wo ihr Heer auf eine Armee stoẞen

-

175