nicht mit dem Gesicht, das er nun trug. Aber das Lachen war
sein einziges Argument gewesen, d _— dem hartnäckigen, rechthaberischen
as er— in den längst ver-
gangenen Jahren Struwe hatte entgegenhalten können. Jetzt stand e s sollte er sagen, wenn sie nachts vom Ge- Betten lagen und
r ihm wehr-
los gegenüber. Wa heul der Bomben aufgeschreckt in ihren Struwe zu politisieren begann?
Früher hatte Hermann Stedig der Welt, er und die Frau und das Kind. Er hatte geglaubt, on ihm ab zu wählen und sich das größte und
geglaubt, er zähle allein auf
es hänge nur v beste Stück aus dem duftenden Kuchen des Lebens herauszu-
schneiden. Dann, als das Unglück über ihn gekommen war,
hatte er wieder gemeint, es gehöre ihm und niemande nglück und in aller tiefen, schmerzvollen Bitter-
m sonst,
es sei sein U keit doch eben sein eigenster Besitz.
Daran konnte er nicht mehr festhalten in diesen Nächten, wenn in den Pausen des lärmenden Aufruhrs und in den Augenblicken, da die Angst schwieg, die ruhige Stimme Stru- wes zu vernehmen war. Das Unglück Hermann Stedigs wurde nun ein Teil, ja ein unbedeutender, geringfügiger Teil nur des allgemeinen Unglücks. Während Struwe sprach, hatte Hermann Stedig das Gefühl, es werde ihm nun auch noch das letzte geraubt, was ihm geblieben war.
Besonders aber ärgerte es ihn, daß Struwe bei einem dieser nächtlichen Gespräche die Rede wieder auf den Spiegel brachte.
„Ganz nützlich“, sagte Struwe.„Du siehst, was du siehst. Aber mehr eben nicht. Nur die Oberfläche. Wem es genug ist, dem sei’s genug. Da sagt man, man sieht in den Spiegel hinein. Das ist natürlich Unsinn. Auf den Spiegel sieht man. Wenn man wirklich hineinsehen könnte, das wäre eine ganz andere Sache.“
Struwe lachte ohne Grund und fuhr dann fort:„Eine ganz
167


