macht hatte entgleiten wollen, erwachte wieder zu voller Klarheit. Beide hielten sie den Atem an und lauschten, aber sie hörten nichts mehr.
,, Ist noch jemand im Holz?" fragte Gotthelf.
Friedrich wußte es nicht. ,, Ich hab den Ochsen in der Schneise stehen", sagte Gotthelf und stand auf.
,, Gehst du?" fragte Friedrich heiser. Wieder stieg eine Schmerzwelle in ihm auf. Gotthelf meinte, er müsse doch Hilfe holen.
,, Alsdann eil dich", stöhnte Friedrich. Während Gotthelf schon auf seinen seilenen Sohlen davonschlich, fiel Friedrich erst das Wichtigste ein.
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Wen wirst du denn holen?" rief er hinter dem Alten her. Doch Gotthelf hörte ihn nicht.
Der Mann, den der Baum gefällt hatte, sah in den Himmel auf und spürte starke Schmerzen. Wen wird der Gotthelf nur holen, überlegte er und dachte im Fieber: Die Ratten, er wird die Ratten holen, die beißen das Holz durch und machen mich frei. Er schüttelte sich und glaubte, daß sei schon die Morgenkühle. Das Kind hatte geschrien, weil's ein Heide war. Ob das weh tat?
Das Blut stand dem Friedrich dick im Kopf. Die Erde roch nach Moder. So weit müßte man schon sein, wünschte sich Friedrich. Er dachte an die braune Tüte mit dem Totenkopf auf dem Tisch.
,, Gotthelf", rief er, ,, Gotthelf."
Doch der war nun schon am Ende der Schneise, tappte mit schlurfenden Schritten neben dem Ochsen her. Er hielt sich am Geschirr des Tieres fest und ließ sich von ihm ziehen. Spät kam er auf den Hof. Über die Dielen des Hauses liefen die Ratten. Er machte Licht und weckte die Frau, die sich verschlafen aus der Last der Kissen aufrichtete.
,, Steh auf und koch Kaffee", sagte er ,,, dem Friedrich ist
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