der Schläge dröhnten ihm die Ohren, und er konnte nichts hören. Am besten ist es, wenn ich mich beeile, sagte er sich darum und hieb wie wild auf den Baum ein. Er schlug ihn von der Bergseite aus an, damit er gegen den Hang fallen würde.

Schließlich fehlten nur noch ein paar Hiebe von der an­deren Seite und der Baum mußte umbrechen. Friedrich ging um den Stamm herum und wischte sich mit dem Ärmel den Schweiß von der Stirn. Der Fichtenstamm ächzte und zitterte unter dem Winde.

Friedrich suchte erst mit den Füßen einen festen Halt auf dem abschüssigen Boden, bevor er von neuem zum Schlage ausholte.

Da sprang der Wind plötzlich um und jagte von der Höhe her ins Tal, ein wahrer Sturm! Unter seinem Druck brach der Baum, stürzte und warf sich auf den erschrockenen Mann.

Mit beiden Beinen lag Friedrich unter dem schweren Stamm und der Schmerz war so heftig, daß er ihn nicht bei sich be­halten konnte. Er stöhnte laut. Zwischendurch zwang er sich mit zusammengebissenen Zähnen für kurze Zeit zum Schwei­gen und lauschte. Aber außer dem immer noch zornigen Fau­chen des Windes und dem unruhigen Rauschen der Bäume ließ sich nichts vernehmen.

Was wird nur werden, überlegte Friedrich, wenn der Gott­helf nicht kommt? Er hatte den Eindruck, daß nur das linke Bein gebrochen war und versuchte mit beiden Händen, das rechte unter dem Stamm hervorzuziehen. Darüber fiel er in Ohnmacht.

Nach einer Weile des blanken, schwarzen Nichts plagte ihn ein Traum. Ihn träumte, er sei der Zwerg und die Kinder quälten ihn, Hanna vor allem.

Als er die Augen aufschlug, sah er die Sterne über den schwankenden Baumspitzen. Er wußte nicht, wie spät es war, ob Gotthelf schon vorbei sei oder ob er noch auf ihn hoffen

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