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Wovor denn?" fragte Friedrich.

,, Die Ratten", sagte das Mädchen. Sie hatte die Schul­tern hochgezogen und warf Friedrich einen bösen Blick zu. Indessen hatte die Mutter den eisernen Schürhaken wieder aufgehoben und kam damit durch das Zimmer.

,, Gehst du jetzt?" fragte sie.

Das Mädchen lief aus der Tür.

Friedrich sah die Wut auf dem Gesichte der Bäuerin. Wird meine auch so werden, überlegte er sich und fragte: ,, Schlägst du sie damit?"

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Wenn's so kommt

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Die Frau schlurfte an den Ofen zurück und warf die Eisen­stange wieder auf das Blech. Dann redete sie weiter: ,, Recht hat sie schon. Ratten gibt's dieses Jahr. Ich trau mich selbst bald nicht mehr auf den Speicher."

Friedrich nickte und sprach von dem Ferkel, das die Ratten totgebissen hatten, dann wieder von Hanna: ,, Du solltest sie nicht so schlagen."

,, Ich vergeß mich halt", sagte sie traurig. ,, Weshalb bist du denn gekommen?"

,, Ins Holz will ich gehen." Er sagte es sicher, die Arme breit auf den Tisch gestützt.

Sie rief die Heilige Jungfrau Maria an. ,, Der Gotthelf ist zu alt", sagte sie dann.

,, Nur nachher soll er kommen. Zum Schneiden und zum Wegschaffen, sonst nichts."

,, Gib acht", wiederholte die Bäuerin ,,, der Gotthelf ist ein alter Mann." Und sie erzählte, daß ein Brief vom Martin ge­kommen sei, der bei den Soldaten war.

Frierend im Herbstwind war Hanna auf der Höhe ange­langt. Sie hob die starren Hände zum Mund und rief: ,, Sollst heimkommen, Vater!"

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