schmutzigen, viel zu großen Rock und schlugen auf seinen Buckel. Zornig hieb der Narr mit seinen kurzen Armen um sich. Die Kinder lachten über seine Ohnmacht.
Friedrich blieb stehen und sah zu, auch er lachte. Wie eine Traube hingen die Kinder an dem Zwerg und sangen ihr Spottlied:
Der Regen
bringt Segen.
Der Winter bringt Schnee. Hüte dich, kleiner Mann, der sich nicht wehren kann, Prügel tun weh!
Der Zwerg keuchte mit rotem Gesicht, schrie angstvoll und stieß weiter mit den kraftlosen Armen nach den Kindern, die nicht losließen und auf ihn einschlugen und ihren Vers wie- derholten. Das dünne Liedchen war ein Signal. Immer mehr Kinder zog es herbei, auch größere. Sie hatten nun den Zwerg umstellt, tanzten in höhnischem Reigen um ihn herum und schlugen mit Stecken und Ruten nach ihm.
Der Bauer sah noch immer zu. Er lachte mit den Kindern, als der Zwerg in den Staub fiel. Die Kinder wälzten sich über ihn. Doch als die älteren nun gar mit Holzlatten auf das arme Stück Mensch eindroschen, fuhr Friedrich dazwischen. Da
stoben die Kinder auseinander. Nur Gotthelfs Spätling,
Hanna, blieb ihm zwischen den Fingern. Sie weinte und wollte sich ihm entwinden, aber Friedrich hielt sie fest mit seiner harten Hand.
Im Sande vor ihnen lag der Zwerg, hustete und winselte. Sein Buckel hatte ihn vor den Schlägen geschützt, aber er drückte auf sein Herz. Jammernd richtete er sich mühselig auf. Kaum daß er stand, hoben die Kinder von der Ecke des Platzes her, wohin sie vor Friedrich geflüchtet waren, von neuem an zu singen:
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