Strohhut auf, wie ihn hier die Bauern nie trugen, und hatte eine Sense in der Hand. Auf dem linken Arm hielt er ein Kind. Ich würde das nicht tun, dachte Friedrich, in der einen Hand die Sense und in der anderen das Kind. Es gibt zu leicht ein Unglück. Das Kind aber war rot und rund und dick und lachte.

Der Kalender war eine Reklame für Kunstdünger. Ein Reisen­der hatte ihn hiergelassen. Was der sich gedacht haben mochte! Das Kalenderblatt zeigte den achtundzwanzigsten August an. An dem Tage war die Frau niedergekommen, gerade zur Ernte. Es war sehr lästig gewesen.

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, Wie soll's denn heißen?" fragte der Bauer.

,, Sebastian", sagte die Frau.

,, Bastl? Ein schöner Name", sagte Friedrich und nickte anerkennend. Ja, darauf wäre er nicht gekommen.

,, Also frag halt den Pfarrer, ob er uns die Taufe richtet, wenn ich ihm ein paar Meter Holz bringe", sagte Friedrich schon wieder mürrisch und wandte sich von neuem zur Tür. Die Frau meinte: ,, Woher willst du denn das Holz nehmen? Wir haben selbst nicht genug für den Winter. Das Kind friert, darum schreit's."

,, Rück's an den Herd!" schrie der Bauer.

Zum dritten Male fragte die Frau, wohin er gehe.

,, Zum Gotthelf."

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Was willst du denn von ihm?"

Aber der Bauer schlug die Tür hinter sich zu. Die Frau hörte ihn noch über den Flur auf den Hof gehen. Er kramte in der Scheune herum, später erst verließ er das Haus.

Draußen dämmerte es schon. Im Staub des Dorfplatzes spielten die Kinder, als der verwachsene Jakob daherkam, der Dorfnarr. Sofort ließen die Kinder ihr Spiel und jagten den Zwerg, der seinen Buckel nicht rasch genug auf seinen kur­zen Beinen davontragen konnte. Die Kinder zerrten an seinem

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