sie's ja machen", antworteten die meisten resigniert, oder sie Wir müssen uns halt alles gefallen lassen." sagten gar:" Doch meinten sie es gar nicht so. Schließlich ließen sie die Arbeit völlig liegen und sprachen nur noch davon, was für ein guter Kamerad und Arbeiter der Heinrich Überling ge­wesen war. Sie ängstigten sich, wenn sie daran dachten, was ihm bei der Polizei oder wohin immer man ihn gebracht haben mochte, geschehen werde. Dann arbeiteten sie wieder eine Weile, aber sie taten es voller Unlust.

Da der Heinrich Überling auch am nächsten Tage fehlte, fingen sie gar nicht erst mit der Arbeit an. Wohl wußten sie, daß sie sich mit solchem Proteste auch selber in Gefahr brin­gen konnten. Aber jeder dachte: Ich bin ja nicht allein, die anderen sind auch dabei.

Als die Werkmeister und Aufseher merkten, daß es anders keine Ruhe geben werde, gingen sie zur Direktion und mein­ten, der Heinrich Überling sei unbestreitbar ein recht guter Arbeiter gewesen und daß ihm einmal die Galle übergelaufen sei, sei doch noch kein Verbrechen.

,, Natürlich, natürlich", sagte der leitende Ingenieur, der den Überling kannte ,,, man muß etwas tun, daß er heraus­kommt."

Und er rief auch gleich erst bei der Polizei und dann bei allen möglichen anderen Stellen an, bis er schließlich heraus­fand, wo der Überling saß, und dann sprach er mit den Leu­ten dort auf die verbindlichste Weise.

,, Gewiß, das kann man verstehen", sagte er. ,, Geben Sie ihm nur eine Lektion, die hat er ja schließlich verdient, aber dann lassen Sie ihn gehen."

Am dritten Tage wurde Heinrich Überling wirklich aus dem Lager entlassen. Er kam aber nur einen Augenblick in die Fabrik. Niemand sah auf, als er kam, und alle taten, als sei nichts geschehen, und als sei er eben nur einmal ein paar

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