was sie ihnen versprochen hatten, und sie nahmen den Ar­beitern, was ihnen zustand. Heinrich Überling bekam beides am eigenen Leibe zu spüren. Dies bedrückte ihn, doch war er ja gewohnt, daß es ihm schlecht erging, und er erwartete sich nicht viel. Was ihn aber erbitterte, war, daß er zu allem auch noch ein fröhliches Gesicht machen sollte. Frühlingsfeste gab es und Ernte feiern und alle möglichen Festlichkeiten, bei denen man von ihm verlangte, daß er aufmarschiere und pa­radiere und recht laut und kräftig singe.

Das war ihm zu viel, und er ließ es sich merken. Er maulte und schimpfte, und als ihm eines Tages in der Fabrik jemand wieder einmal eine Sammelbüchse unter die Nase hielt, da schüttelte er erst den Kopf und schlug dann die Büchse dem aufdringlichen Sammler aus der Hand. Der klaubte die Büchse vom Boden auf und machte sich davon. Die Arbeiter liefen zusammen, und einige von ihnen beglückwünschten Heinrich und sagten: ,, Das hast du gut gemacht." Andere schmunzel­ten und nickten ihm schweigend zu, viele aber machten be­denkliche Gesichter.

Als Heinrich Überling am nächsten Morgen mit seiner schiefen Nase vor dem Fabriktore stand und wartete, daß es geöffnet werde, kamen zwei von der Polizei. Sie drehten Hein­rich ganz einfach die Hände auf den Rücken und legten ihm Handschellen an. So führten sie ihn davon. Jene, die dabei­standen, wagten nicht, etwas zu sagen.

Später erzählten sie es den anderen, und die Geschichte ging von Mund zu Mund. Mit der Arbeit klappte es nicht recht an diesem Tage. Die Transmissionsriemen rutschten von den Scheiben, die Bohrer zersplitterten und immer wieder lief einer zum andern, um sich ein Werkzeugteil auszuborgen und fragte dabei: ,, Ja, was sagst du denn dazu, daß sie den Überling eingesperrt haben?"

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Aber was sollte man dazu schon sagen? ,, Mit uns können