Aber es blieb nicht lange so. Bald kamen neue Gesetze, die das Leben im Dorf gewaltig änderten. Bisher hatte Joseph Überling die Milch seiner Kühe, die Eier, die ihm die Hühner legten, und das Korn, das auf dem Felde reifte, nach seinem Gutdünken verkauft. Das hörte jetzt auf. Er hatte die Milch an die Molkerei abzuliefern. Dort schrieb man ihm einen schlechten Preis dafür gut. Die Magermilch wurde ihm zu­rückgegeben und von dem gutgeschriebenen Preis wurde ein hübsches Sümmchen dafür abgezogen. Im übrigen durfte er lange warten, bis man ihm das Geld auszahlte. Dann kam die Eierabgabe und schließlich nahm man ihm auch das Korn ab, und er mußte zufrieden sein mit dem, was man ihm dafür gab. Das war nicht viel. Manchmal auch war es gar nichts, nämlich wenn das Finanzamt einfach die Beträge für Steuer­rückstände beschlagnahmte. Oder man teilte ihm schlechten Kunstdünger zu, den er gar nicht hatte haben wollen. Die Futtermittel wurden knapp und stiegen im Preis, so blieben die Schweine mager, und die Kühe gaben weniger Milch. Ach, alle Dinge gingen den Krebsgang.

Joseph Überling, der weiße Haare bekam in dieser Zeit und rasch verfiel, versuchte noch eine Hypothek auf seinen schuldenbeladenen Hof zu bekommen. Aber die Gläubiger schüttelten die Köpfe und sagten: ,, Mann, wie sollen wir das tun? Wir haben doch keine Sicherheit mehr für unser Geld."

Der Alte war nicht mehr zufrieden. Wenn er an den müden Abenden die Zeitung las, seufzte er und meinte: ,, Wir sind eben getäuscht worden, wir Bauern. Für uns hat der Staat nichts übrig, er gibt ja alles den Arbeitern. Für die hat man Schiffe, mit denen sie in der Welt spazierenfahren, und man baut ihnen sogar Autos."

Mit der Zeit wurde es so schlimm auf dem Hof, daß sie sich umschauen mußten, ob es nicht irgend etwas hinzuzuver­

132