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ringischen. Der Sohn arbeitete
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es war kurz vor dem zweiten Weltkriege in einer der vielen Fabriken, die Schnellfeuergewehre herstellten.
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Als Bauernsohn konnte er noch ruhig drei, vier Jahre zuwarten, bis sich die Eltern entschließen würden, aufs Altenteil zu ziehen, dann konnte er ein Mädchen aus seinem Dorfe heiraten und den Hof übernehmen. Als Arbeiter hätte er schon längst seine eigene Familie mit ein paar Kindern haben sollen.
Das Mißliche war eben, daß er als Bauernsohn zur Arbeit gehen mußte.
Dabei war der Hof seiner Eltern nicht einmal gar so klein. Eigentlich gehörte Heinrich Überling einer Schicht an, deren wirtschaftliches Wohlergehen angeblich durch besondere Vorrechte gesichert worden war.
Behaupteten doch die Redner, die manchmal in braunen, betreßten Uniformen aus der Stadt in die Dörfer kamen, nur um der Bauern willen sei der Umsturz vollzogen worden. Heinrich Überling glaubte diesen Worten nicht, denn er war von Natur aus mißtrauisch. Sein Vater aber, der Joseph Überling, hatte ein Leben voller Mühsal hinter sich und wollte auf sein Ende zu noch etwas hoffen. Darum lieh er diesen Verheiẞungen irdischen Wohlergehens gläubiger sein Ohr als den Predigten des Pfarrers vom ewigen Leben.
Und ließ sich zunächst nicht alles recht gut an? Joseph Überling saß auf seinem ,, Erbhof" und drehte seinen Gläubigern, die ihn durch Jahre hindurch mit Forderungen gequält hatten, eine lange Nase. Nun konnten sie ihm nicht mehr drohen, daß sie ihn mit dem weißen Stab vom Hofe treiben würden. Sie mußten sogar noch zustimmen, als der Zins für ihre Darlehen heruntergesetzt wurde. Da triumphierte der Alte über das Mißtrauen des Sohnes, ging in die Wirtschaft und trank sein Glas Bier am Tisch der reichen Bauern.
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