sollten, sich erschießen zu lassen, wenn der Befehl das verlangte, sie blieben schweigend stehen, aus eigenem Willen.
Ihre Niedergeschlagenheit hatte sich in eine Art Abscheu und Widerwillen verwandelt, ihre blassen Gesichter waren verzerrt. Der sinnlose Tod Hühnchens hatte sie zittern lassen vor der Sinnlosigkeit des eigenen Todes, dem sie entgegengeführt wurden. Daraus stieg ein Gefühl der Bitterkeit in ihre Herzen.
Der stubsnäsige Leutnant stand mit verkrampften Lippen vor der Kompanie. Er zwang sich, den Blicken der Soldaten standzuhalten. Aber in seinem dummen Kindergesicht zuckte es. Er war nahe daran zu weinen. Hermann sah ihn über den Rücken des Würzburgers hinweg, dem der Kopf willenlos zwischen den Schultern hing.
Aber so schnell wie die Welle der Erregung die Kompanie erfaßt hatte, so schnell verlief sie sich wieder. Der Hauptmann trabte heran. Aus dem Sattel vorgebeugt, mit der rechten Hand die nasse Stirn seines Pferdes streichelnd, nahm er des Leutnants Meldung entgegen. Er befahl Marscherleichterung und gab Raucherlaubnis. Er setzte sich an die Spitze der Kompanie, und die Kompanie marschierte weiter.
Stackelberger fragte Hermann: ,, War er neunzehn oder zwanzig?"
,, Neunzehn", antwortete Hermann.
Stackelberger schüttelte den Kopf.
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