Der Wind war eingeschlafen. Der Wald stand still und feier­lich mit seinen hohen Bäumen um die Kompanie herum. Die Luft roch noch immer nach Pulver. Sie marschierten mit weichen Knien dahin, ihr müder Schritt schleifte über das Moos.

Der kleine Leutnant, der die Kompanie führte, betrachtete den Zug und schüttelte den Kopf. Es konnte nicht so im Trauermarsch weitergehen, man zog doch in den Krieg. Und darüber, wie man in den Krieg zu ziehen hat, hatte der Leut­nant bestimmte Vorstellungen.

Er ließ noch einmal halten und krähte eine kurze Ansprache in den Wald. Er sagte, der Aloys Huhn sei einen ehrlichen Soldatentod gestorben. Dann ließ er weitermarschieren und befahl mit heller Stimme: ,, Singen!"

Die Soldaten hoben kurz die Köpfe. Sie bissen die Zähne aufeinander und preßten die Lippen zusammen. Stumm mar­schierten sie weiter.

Nein, dachte der Leutnant, soll ich mit einer so jammer­vollen Herde in den Krieg ziehen? Eine Schande ist das, eine Schande!

Seine Augen blitzten, als er sich umwandte und noch einmal in hohem Kehlton schrie: ,, Singen!"

Statt dessen hielten die Leute nicht einmal mehr Schritt. Sie starrten aus der Marschkolonne heraus mit großen, fast drohenden Augen auf den jungen Offizier, der einen Augen­blick verlegen wurde. Er begriff das Unsinnige seines Be­fehls, aber er wollte nicht mehr zurück. Er konnte doch den Leuten nicht recht geben. Darum wiederholte er seinen Be­fehl zum drittenmal.

Da blieb die Kompanie einfach stehen. Die Soldaten, die auf ein Wort hin sich zu Boden warfen, auf ein Wort hin wie­der aufsprangen, die jedem Kommando willenlos zu folgen hatten, schossen, wenn es befohlen wurde, und bereit sein

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