hervor, sahen die Kameraden auf Hühnchen mit entsetzten Blicken. Sie hatten die Hände in die Rinde der Kiefern ge­krallt.

Hühnchen, allein mit dem Tod und seiner Angst, lief im Kreis herum. Sein braunes Haar klebte in der Stirn. Er schrie: ,, Ich will nicht, ich will nicht!"

Niemand hörte ihn recht, denn die Männer im Wald hinter den Bäumen schrien auch. Sie stöhnten und fluchten und manche erbrachen sich. Es war nicht anzusehen, und doch kamen sie mit ihren Blicken von Hühnchen nicht los. Der starb für sie, der zeigte ihnen, wie es ist, wie entsetzlich es ist. Hermann hatte sich hingekauert und schoß, aber er fehlte ihn, trotz seiner Schützenschnüre. Hermann ließ sich mit dem Kopf auf den Boden fallen.

In der Mitte der Schneise blieb Hühnchen still stehen. Er schrie auch nicht mehr. Er erinnerte sich, daß er Hermann hatte etwas fragen wollen, aber er entsann sich nicht mehr,

was es war.

Mit einem Schlag explodierten die drei Handgranaten. Eine gelbrote Flamme stieg auf. Die Sprengstücke fraßen sich glü­hend in die Stämme und rissen die Äste von den Bäumen. Die feuchte Luft in der Schneise war von bitterem Pulvergeruch durchtränkt.

Von Hühnchen war nicht mehr geblieben als die beiden Beinstümpfe in den halbschäftigen Stiefeln. Neben einem Stapel Holz fand man später noch den rechten Arm.

Wie sah die Kompanie aus, als sie wieder antraten! Es war ein Zug von Gespenstern. So blaẞ waren die Gesichter. Die Männer hielten sich schlapp. Sie hatten keine Kraft mehr. Zwischen Stackelberger und Hermann der Platz war leer. Der Bauer hielt einen Rosenkranz mit kleinen bunten Kugeln um die Hand geschlungen. Die Granaten wurden wieder ab­genommen, nur wer Tragbeutel besaß, mußte sie behalten.

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