Vogelsang erhob sein blasses zerknittertes Gesicht und faßte mit seinen dürren Händen Pecks Mantel.

,, Haben Sie Ihre drei Spalten schon ausgesetzt", fragte er. Peck sagte: ,, Ja, Herr Vogelsang. Aber jetzt brauche ich einen Arzt."

,, Um Überstunden zu machen, sind Sie kräftig genug", krähte der Korrektor. ,, Da können Sie auch noch ein Gewehr auf den Buckel nehmen. Für das letzte Aufgebot ist keiner zu schade."

,, Gehen Sie nach Haus, Herr Vogelsang", sagte Peck und wollte den Alten von sich abschütteln. ,, Die Fahnen habe ich auf Ihren Tisch gelegt."

,, Ja, die Fahnen! Da haben Sie recht getan!" rief der Alte hitzig mit überschnappender Stimme. ,, Die Fahnen heraus, jawohl! Dieser Untergang! So etwas Gigantisches, Peck! Alle müssen daran glauben, alle ohne Ausnahme. Keiner darf überbleiben!"

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, Oh, lassen Sie mich in Ruhe!" schrie Peck. Was ich brauche, ist ein Arzt."

,, Aber das ist doch sinnlos, Peck", widersprach der Alte, dessen Stimme plötzlich einen pedantisch ruhigen Ton an­nahm. ,, Wozu einen Arzt? Jetzt müssen wir alle sterben. Das ist der Wille des Führers. Und das werden wir auch erreichen. Bei unserer Organisation kann man daran nicht zweifeln. Denn die klappt doch noch, unsere Organisation! Die Staats­maschine läuft weiter. Das ist doch das Wunderbare an diesem Zusammenbruch, das Großartige! Keiner wird übersehen, keiner wird ausgelassen. Und wer nicht will, der muß, das wäre ja noch schöner! Ich habe es aus ganz bestimmter Quelle: Man wird Gift ausgeben an die Zivilbevölkerung. Jeder soll sich umbringen. Die Hauswarte übernehmen die Verteilung und Überwachung in den Häusern. Und bei den Hauswarten überwachen es die Blockwarte und bei den Block­

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