und, nachdem er ein paar Straßen durchquert hatte, an an- derer Stelle seine Arbeit wieder aufnahm, bis er zu Ende war mit seinen Zetteln.
Vergnügt und trotz der Kälte vor sich hinpfeifend machte er sich auf den Heimweg. In dieser Stimmung bedauerte er Kübermann, der so verängstigt gewesen war, erschrocken und voller Sorge um die kranke Tochter.
Da auf einmal, da er wieder an sie dachte, fiel ihm ein, woran ihn die kleine Lotte erinnert hatte, mit ihren ver- schwitzten rastlosen Händen und diesem Ausdruck tiefer Not in ihrem Kindergesicht. So hatte er selber als Junge gelegen, nach Atem röchelnd, tiefstes Erschrecken im Herzen. Eine Erkältung? Wie achtlos war doch dieser Kübermann, wie achtlos gegenüber einem Geschöpf, das man doch hüten mußte wie seinen Augapfel!
Peck entschloß sich, noch in dieser Stunde einen Arzt zu rufen. Er war erst seit kurzer Zeit in der Stadt und war froh, als er vor sich mit langsamen, fast schwankenden Schritten einen Mann gehen sah, den er wohl nach einem Arzt fragen konnte.
Beim Näherkommen entdeckte er, daß es Vogelsang war
„Einen Arzt brauchen Sie?‘ wiederholte der Korrektor auf Pecks Frage und setzte hinzu:„Sind Sie krank? Fühlen Sie sich schlecht? Geht es doch nicht gut mit Ihrem Magen?“
„Nein, es handelt sich um einen Freund, die Tochter ist krank“, erklärte Peck rasch
„Sie sind also gesund“, sagte Vogelsang enttäuscht. Sein dampfender Atem roch nach Bier und Schnaps.„Da gehören Sie an die Front, Peck. Hier hinten ist kein Platz für Sie. Haben Sie den Rundfunk heute abend gehört? Großartige Abwehrerfolge. Jeden Fußbreit Bodens verteidigen wir mit
unserem Blut.“


