mit Schrecken wird es werden. ,, Mit dem Tode wird bestraft, wer..." Diese neuen Verordnungen, die er auf seiner Linotype gesetzt hatte: Juristische Monatshefte- 17. Februar 1945... G. P. Spalte 6, Spalte 7, Spalte 8, sie bedeuteten das letzte, wütende Umsichschlagen des braunen Tiers.

Und der Schrecken tat ja schon seine Wirkung, wie Küber­manns Beispiel zeigte. Jahre hindurch hatte man sich auf ihn verlassen können, und nun, da es am wenigsten zu er­warten war, zog er sich zurück. Freilich, Kübermann hatte seine Sorgen, entschuldigte Peck den Alten bei sich, und vor seinen Augen stieg das Bild des kranken Mädchens mit einer beunruhigenden Eindringlichkeit auf, der heiße, glühende Kopf und der verschleierte, unsichere Blick ihrer Augen. Habe ich das nicht schon einmal gesehen, fragte sich Peck, woran erinnert es mich nur?

Peck blickte sich vorsichtig um, bevor er seine Zettel her­ausholte, um sie an die dunklen Mauern zu kleben: Die Todes­drohung und die Lebensbotschaft. Da eine und dort eine und noch eine dritte. Immer wieder sah er sich um. Während er da oben bei Kübermann gesessen hatte, war frischer Schnee gefallen. Er würde nicht hören können, wenn jemand ihm folgen sollte. Stand dort nicht einer beobachtend unter den Bäumen?

,, Mit dem Tode wird bestraft, wer..." Das geht auch auf mich, dachte Peck, und er dachte: schlimm wäre es, gerade jetzt gefaßt zu werden, da es aufs Ende zugeht, da durch den Zusammenbruch und das große Elend, das mit ihm verknüpft sein wird, sich die Hoffnung auf eine freie Zukunft zeigt.

Hat mich dieser Kübermann nun doch mit seinem Gerede angesteckt, schimpfte Peck vor sich hin. Die kleinen Zettel leuchteten von den Mauern. Es braucht nur einer der Spur nachzugehen, überlegte Peck, dann erwischt er mich. Er hörte auf zu kleben und wanderte in weitem Umweg ans an­

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