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Wie kannst du uns verantwortlich machen für das, was

die Nazis getan haben?" fragte Kübermann. ,, Wir haben doch dagegen gekämpft."

,, Nicht genug", sagte Peck, der nun gehen wollte. ,, Kannst du mir etwas Kleister geben?"

,, Kleister, wozu? Ach so, du hast ja noch etwas vor." Kü­bermann suchte in dem Durcheinander, das in dem Zimmer herrschte, nach dem Topf mit Leim.

,, Nicht genug gekämpft!" brummte er dabei. ,, War mehr zu machen? Haben wir denn nicht genug Opfer gebracht? Und jetzt, sagst du, geht es dem Ende zu. Jawohl, da hast du recht. Aber ein Ende mit Schrecken wird es werden, sage ich dir, ein Ende mit Schrecken! Bevor die da oben abtreten, wollen sie uns doch noch alle in die Grube bringen. Keiner soll übrigbleiben."

Er stellte den Kleister auf den Tisch.

,, Laß dich nicht erwischen, Gerhard!" mahnte er, während Peck sich den Mantel über die Schultern hängte, so daß er den Topf unbemerkt in der Hand tragen konnte.

,, Hoffentlich geht's der Kleinen morgen besser", sagte Peck zum Abschied und fühlte sich, während er's sagte, recht be­klommen dabei. Mein Gott, wie hatte sie ausgesehen, die Kleine! Eine Erkältung? Nein, das war doch was Schlim­meres, das war doch wirklich ernst.

,, Man kommt aus den Sorgen nicht heraus", klagte Küber­mann. ,, Ich habe spät geheiratet. Lotte ist zehn, der Junge erst acht Jahre alt. Da braucht er noch neun bis zehn Jahre, bevor er auf eigenen Füßen stehen kann. Und manchmal frage ich mich halt, ob ich es so lange noch machen werde. Das mußt du verstehen, Gerhard."

Die Zettel in der Tasche, den Leimtopf unter dem Mantel in der Hand, stolperte Peck die Treppe hinunter.

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Darin hat Kübermann gewiß recht, dachte er, ein Ende