Gefährte sahen über die Straße und die Häuser hinweg und trafen in Gedanken Pater Victor.
Mitten auf der Straße lasen der Franzose und der Deutsche , den man einen Juden nannte, auf dem Papier:
,, Liebe Kameraden! Mancher unter Euch, glaube ich, mag mich für einen mehr oder minder übergeschnappten Kerl gehalten haben, der den schrullenhaften Gedanken hatte, in Eure Abteilung zu kommen, um zu sehen, wie es dort zugeht. Andere mögen einen politischen Hintergrund in meinem hiesigen Aufenthalt vermutet haben.
In Wirklichkeit war dies mein Gedanke: derweil anderthalb Millionen unserer schönsten Jugend nach Deutschland verschleppt wurden, hatte ich nicht das Recht, ruhig am Kaminfeuer sitzen zu bleiben und Predigten für alte, fromme Frauen niederzuschreiben.
Auch dachte ich, daß ich Euch behilflich sein könnte in den Tagen, wo Euch das Heimweh packen wird. Und dann fühlte ich, daß ich Euch eine Menge Dinge zu sagen und nahe zu bringen hatte, und daß, dies vielleicht die Gelegenheit dazu sein könnte.
Dem echten christlichen Leben sind viele von Euch ganz nahe durch ihre Großmütigkeit, ihren Kameradschaftsgeist, durch ihre Reaktion gegenüber der in uns verletzten Menschenwürde und Freiheit. Dies ist der Geist, der unser Leben als zugleich christliches, soziales und revolutionäres Ideal regieren sollte. Christus lebte dieses Ideal, und die ersten Christen haben für ein siegreiches Ende dieser Revolution ihr Leben gelassen. Wißt Ihr, Kameraden, dieses Ideal verlangt
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