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Kontakte : Erzählung / von Alfred Mühr
Entstehung
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Ein Flügel des Fensters wurde geöffnet, der Atem des Frühlings drang wie eine kräftige Brise herein und ließ auch den Mann an der Gegenseite des Schreib­tisches den starken Geruch von Erde aufnehmen.

,, Dreiundzwanzig Jahre haben Sie den gleichen Auf­trag und die gleiche Aussage."

,, So wahr mir Gott helfe," bewegte der Pater die Lippen.

,, Sie sind ein Mönch und stehen mitten in der Welt. Sie sind ein Geistlicher und halten zu den Arbeitern, die man gottlos nennt. Sie haben den Anzug des Bürgers ausgezogen und die Tracht des Ordensmannes ange­legt. Sie sind ein Mann von Bildung und glauben an das Christkind und alle Wunderdinge des Himmels und der Heiligen. Sie sind Franzose und sprechen deutsch , wie wir es nicht besser können. Sie kommen zur Vernehmung und stellen schließlich ein Ultimatum. Was haben Sie mir nicht alles für Gedanken zugeworfen. Woher neh­men Sie den Mut?" Der Direktor kehrte sich ins Zimmer um, schloß das Fenster und kam näher. ,, Das waren alles Ketzereien. Ich müßte Sie eigentlich an­zeigen." Hinter seinem Stuhl stand der Direktor und lagerte die Arme auf der hohen Rückenlehne. ,, Wo kä­men wir denn hin, wenn jeder solche Sprache riskierte?" ,, Zur Vernunft," sagte der Pater.

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Wann hat die Vernunft jemals die Welt regiert? Nun sagen Sie mal selbst. Sie stellen sich ein romanti­sches Paradies vor mit Frieden, Wahrheit und Gerech­tigkeit und all den anderen Begriffen für unverbesser­liche Idealisten. Sie werden sich dabei noch um den Kopf reden."

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