der noch dazu mit einer beinah pedantischen Gründlichkeit vorgeht, eine meiner vordringlichen Aufgaben sein wird. Die Arbeit im Hause selbst macht vorläufig keine Schwie­rigkeiten: die Reinigung der Räume und des Geschirrs nach den Mahlzeiten wird mühelos von den nicht zur Fa­brikarbeit eingeteilten Frauen bewältigt. Die Aufgaben un­ter uns vieren sind folgendermaßen verteilt: Der Haupt­lehrer hat den Verkehr mit den Behörden, also die polizei­lichen Anmeldungen, die Telephongespräche mit der Ge­meinde zu führen, falls es sich nicht um spezielle Fragen aus dem Arbeitskreis von uns dreien handelt, außerdem übernimmt er die Betreuung der Männer und die Schlich­tung der Streitigkeiten unter ihnen. Heilbronner hat die Führung der Finanzen( das Heim soll sich durch die noch festzusetzenden Unterkunfts- und Verpflegungszahlungen der Insassen selbst erhalten), auch der finanzielle Teil des Einkaufs von Lebensmitteln und Materialien obliegt ihm, während Abel alles Technisch- Handwerkliche und sämt­liche Reparaturen unterstehen. Die Kontrolle der Wohn­räume auf Ordnung und Reinigung hin werden wir ab­wechselnd machen, alle wichtigen Neuerungen und Erfah­rungen werden gemeinsam besprochen.

Wunderbar ist, daß wir uns um die Verpflegung der bisher eingezogenen Insassen nicht zu kümmern brauchen. Morgens um halb acht Uhr schickt uns die Klosterküche eine Riesenkanne mit Milchkaffee, und ebenso wird mittags und abends zur bestimmten Zeit das Essen für uns und hinterher ein mächtiger Kübel heißen Wassers zum Spülen des Geschirrs gebracht. Jeder Insasse bringt übrigens Tasse, Teller und Besteck, wenn möglich mehrere Exem­plare jeder Gattung, mit ins Heim, was den wenigsten schwer fällt, da sie meist vor dem Einzug ihren eigenen Haushalt auflösen müssen.

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Der Verkehr mit den Nonnen ist laut Parteiverfügung - allen unseren Insassen aufs strengste untersagt. Eine offi­zielle Erlaubnis dazu hat nur der Hauptlehrer, weil er die

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