eins, zu den Franzosen und Polen . Vielleicht waren die beiden Russen harmlos, wie die meisten anderen Gefangenen hier, aber der unerwartete Anblick war doch furchterregend, und stundenlang mochte ich auf keinen Fall mit ihnen in einer Zelle sein. Das war auch die Meinung des Beamten, der mir hierauf wieder die Tür der ersten Zelle öffnete.
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Auch dieser Vormittag ging vorüber. Am Nachmittag kam ich vom Gefängnis wieder zur Gestapo , wie es ja von B. vorgesehen war. O., der Hyänenmensch, hatte wieder einmal Dienst. Er war nicht nur der brutalste, er war auch sonst der unfähigste Beamte von allen. Wir merkten es jetzt wieder, als er unsere Namen im Flur vorlas und einige fremdländische immer wieder durcheinander brachte. Mehrmals mußte er einen Gefangenen als den falschen in seine Zelle zurückführen und dafür einen anderen herausrufen. Wie es die Art solcher ungebildeter Gewaltmenschen ist, suchte er den Zorn über seine eigene Unfähigkeit an den Gefangenen auszulassen, schimpfte auf sie und stieß sie umher.
" Wie
Schließlich suchte noch ein Pole oder Russe ihm mühsam verständlich zu machen, daß er nicht der sei, dessen Name vorgelesen worden war. heißt Du?", herrschte ihn O. unwillig an. Verschüchtert nannte er seinen Namen, der wie der auf der Liste mit utschky oder so ähnlich endete.„ Du bist der Richtige und kommst mit", bestimmte O.
Es war aber doch der Falsche, wie sich drüben auf der Gestapo herausstellte. Außerdem hatte O. einen anderen ganz vergessen. Natürlich waren die Gefangenen daran schuld. Der„ Empfangschef", der mit seiner dunklen Brille am Schreibtisch saß, bemerkte:„ Die fangen langsam an, mit uns Hugoles zu spielen. Aber nicht mehr lange. Bald werden die Ohrlappen wieder rot und blau aussehen."
O. erwiderte hierauf bedauernd:„ Wir dürfen sie ja nicht mehr schlagen, es ist uns verboten worden."
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Wenn Ihr es nicht dürft, dann schlagen wir sie eben. Lieber lasse ich mich dafür bestrafen", entgegnete der Empfangschef.
Dieses Gespräch hat wörtlich so stattgefunden. Die Bemerkung des Ge stapo - Beamten hat mich mehr beeindruckt, als die Schläge, die O. drüben im Gefängnis austeilte. Von diesem rohen Polizeiknecht konnte man nicht viel anderes verlangen; jener aber erhob seinem Wesen und Aussehen nach Anspruch darauf, gebildet zu sein. Er war schlimmer als der andere, weil er ihn noch zum Schlagen aufmunterte.
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