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Nur vierzehn Tage : ein Tatsachenbericht / Walter Schumann
Entstehung
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einige Jahre vor dem Krieg ausgewandert waren. Von Beruf war er Mechaniker. Er sprach ebenso gut Deutsch und Französisch wie Polnisch und machte für seine achtzehn Jahre und seinen Beruf einen recht gebilde­ten Eindruck.

Auf meine Frage, warum er hier im Gefängnis sei, erzählte er mir, daß er in einem bekannten großen Rüstungsbetrieb gearbeitet habe. Es sei ihm bei seinem Dienstantritt zugesagt worden, daß er nach einem Jahr auf Ur­laub heim dürfe. Nachdem über zwei Jahre vergangen waren, ohne daß man ihm auf sein wiederholtes Ansuchen den versprochenen Urlaub ge­währte, habe er versucht, auf eigene Faust heimzufahren. Auf der Bahn wurde er gefaßt und hier in das Gefängnis gebracht.

,, Wie lange sind Sie jetzt hier?"

,, Neun Wochen!"

,, Neun Wochen schon!-Und wie lange will man Sie noch hier behalten?" Er zuckte die Achseln: Man hat mich weder richtig verhört noch ver­urteilt. Der Tatbestand ist ja auch klar; nicht ich, sondern die, die den Ar­beitsvertrag nicht gehalten haben, sind die eigentlichen Angeklagten. Wahr­scheinlich kommt es nie zu einer Verhandlung. Man behält uns eben hier, damit wir nicht wieder ausreißen und läßt uns tagsüber arbeiten. Macht nichts. Es geht alles vorüber", sagte er am Schluß und sein Gesicht zeigte dabei ein gleichgültiges Lächeln. Keine Spur von Zorn oder Haß- und Rachegefühl, wie man es bei manchen ausländischen Arbeitern findet.

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Das Gespräch mit diesem jungen Ausländer hatte mich wiederum nach­denklich gemacht, wie am Vormittag die Berichte von Rößler, Lammer und anderen Gefangenen. Wie kurzsichtig und unüberlegt handeln die verant­wortlichen Leute, die solche an sich wertvollen Menschen hier einsperren. Bilden Sie sich etwa ein, auf diese Weise könne man in den besetzten Län­dern Sympathien für Deutschland erwerben, ein vereintes Europa unter Deutschlands Führung schaffen! Jene engstirnigen Polizeimenschen versün­digen sich am Ansehen des Deutschen Volkes, das für alles das verantwort­lich gemacht wird, obwohl es nicht damit einverstanden ist. Sie gehören ein­gesperrt, nicht diese Menschen hier, die auf ihr Vertragsrecht bestehen.

Und ich erfuhr, daß es bei den beiden Polen , die als Volksdeutsche gelten, ähnlich stand. Auch sie wohnen seit vielen Wochen hier im Gefängnis und werden tagtäglich zur Arbeit geführt.

,, Müßt Ihr schwer arbeiten", fragte ich.

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