Die Nachttischlampe

In einem KZ.- Lager gibt es oft absonderliche Dinge. Dinge, für die man in der Freiheit gar kein Vorstellungs­vermögen aufbringt. So haben wir hier eine ganze Reihe von Markierungen, die sicherlich in erster Linie geschaf­fen wurden, um die Masse der Häftlinge nicht zu einer geschlossenen Einheit zusammenwachsen zu lassen, son­dern um sie zu differenzieren. Schaffung von Gegensätzen, Ausspielen der einen Markierung gegen die andere, sie dauernd in Spannung halten, sie nicht zur Ruhe kommen lassen, das ist die Parole der Verantwortlichen.

Es gibt Zeiten, in denen eine Markierung mit Hilfe der Lagerführung oder deren stillschweigenden Zustim­mung die andere mit den brutalsten Mitteln bekämpft, in einem solchen Maße, daß man fast glauben könnte, eine restlose Liquidation ist nicht mehr zu verhindern! So haben z. B. die BV.er in Mauthausen die Spanienkämpfer, also rote, politische Häftlinge, zu Hunderten in den Tod getrieben.

Auch bei uns haben die BV.er unter Führung einiger besonders egoistischer, intelligenter Oberverbrecher, ich denke dabei an Richter, Ohles, Kreuels, Engelhardt, nichts unversucht gelassen, die Macht restlos an sich zu reißen und die führenden Politischen physisch auszurotten. Dies war und ist ein ständiger Kampf auf Leben und Tod! Nicht nur die, die uns der Freiheit beraubt haben, uns unter den menschenunwürdigsten Zuständen dahinvege­tieren lassen, sind unsere Feinde, nein, auch viele unter den Häftlingen trachten nach unserem Leben. Dies ist

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