Druckschrift 
Weltreise nach Dachau : ein Tatsachenbericht nach den Erlebnissen des Weltreisenden und ehemaligen politischen Häftlings / Max Wittmann ; aufgezeichnet von Erich Kunter
Seite
118
Einzelbild herunterladen

Je damour

Die Sonne scheint ‚heiß, aber ihre Glut wird gemildert durch die leichte Brise der Passatwinde, die uns weich und angenehm umschmeicheln. Wir fahren sanft durch die Wogen und meinen, wir seien in einem wohltuenden Bade. Schön ist es so, wenn man in der Freizeit untätig auf Deck liegen darf.

Nach Wochen erscheint plötzlich am Horizont ein Baum, eine Palme. Näher- kommend stelle ich fest, daß sie auf einer Lagune steht. Diese Lagunen bestehen aus Korallenriffs und bilden ganze Inseln im Ozean, ragen nur wenig über den Wasserspiegel hervor. Wir durchfahren einen großen Archipel. Viele Hunderte von Atollen, teilweise mit Palmen bewachsen. Manche sind bewohnt, die meisten unbewohnt. Ringförmige Gebilde, aus dem Meer empor-

‚gewachsen, umfassen im Innern kleine idyllische Seen.

Hier mußten wir vorsichtig fahren, denn manchem Schiff sind die Korallen- riffe schon zum Verhängnis geworden. In den nächsten Tagen kamen wir an den Marquesas vorbei, die aus mehreren großen Inseln bestehen, die be- kannteste: Nukahiva. Darauf eine kleine Ansiedlung, in einer Bucht gelegen, lieblich anzuschauen. Palmen umsäumen die Bungalows, aus Bambus und Schilf gebaut. Ich besuchte mit mehreren Kameraden das Idyll.

Am Strande standen Eingeborene mit kleinen Reitpferden und Körben voll Mangofrüchten. Wir machten einen Ritt durch die Palmenhaine, über die Berge auf schmalen Pfaden, kamen wieder an Küsten, die steil abfielen. Felseneilande sind diese Inseln, wie von einer Urgewalt aus dem Meer hinausgestoßen.

Dies war die letzte Station vor Tahiti . Wir alle waren voller Erwartung. Tahiti! Schon das Wort klang wie ein Märchen uns in den Ohren. Aus Büchern und Gesprächen war uns der Klang vertraut.

118