Gefahren am Wege
Aber die Unruhe saß mir wieder im Blut; das Fieber, die Welt von der anderen Seite kennenzulernen, hatte mich mehr denn je gepackt. Dies war immer nur die eine Seite: große Städte, menschliche Geschäftigkeit, Ruhm, Reichtum und Ehren, überall dasselbe, ob in Europa, Australien, Amerika oder sonstwo. Nein, was hinter der Fassade menschlicher Zivilisation lebte und webte, das war interessant und erlebnistief.
Die Schlangenorchidee spukte mir wieder im Geist, die Berichte und Gerüchte über die Schätze der spanischen Konquistadoren beschäftigten meine Gedanken, Geschichten von Gold- und Diamantensuchern gingen mir durch den Sinn.
Das nächstliegende wäre nun gewesen, daß ich mir einen Gefährten suchte, der Urwald und Wildnis aus eigener Erfahrung kannte. Aber es lag mir nicht, Menschen zu suchen. Die Menschen, die ich brauchte, hatten sich bisher immer von selber eingefunden. So überlegte ich nicht lange und entschloß mich, die Reise allein zu unternehmen. Sicher würde mir unterwegs jemand begegnen, der sich mir anschloß und zu mir und meinen Plänen paẞte.
So verschaffte ich mir eine kleine Ausrüstung, Schanzzeug, Proviant, Revolver, von allem das Notwendigste, das auch leicht zu transportieren war. Ich kaufte mir Kompaß und Karte und allerlei Utensilien, die für eine Reise ins unbekannte Innere des Landes wichtig waren. Ich hatte Dutzende Dinge bei mir, ich war ganz stolz darauf und glaubte, wohlversorgt zu sein. Hätte ich aber mit einem Kenner des Landes über meine Vorbereitungen gesprochen, so hätte er sie trotz allem wohl belächelt und als unzureichend verworfen.
Ich las Bücher über die Fahrten und Entdeckungen der Forscher und Glücksritter, die den Urwald und die unwirtlichen, menschenfeindlichen Gebiete
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