und Abscheu häuften sich in den vergewaltigten Ländern als angsterregender Explosivstoff unter dem mit so unbeschreiblicher Grausamkeit errichteten Machtgebäude des Hitlerismus. Die bewaffnete Feindschaft Englands und Amerikas , der ganzen gesitteten Welt ließ dem rasenden ,, Führer" keinen andern Ausweg, als ein neues diesmal ein ungeheuerliches Abenteuer!
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In der Nacht vom 21. zum 22. Juni 1941 verriet Hitler den Freundschaftsvertrag, den er mit Sowjetrußland geschlossen hatte. Zweihundertfünfundvierzig deutschfaschistische Divisionen brachen in die Sowjetunion ein. Große Massen der deutschen Soldaten wußten nicht, gegen wen es ging. Das OKW hatte es ihnen verheimlicht. Es wußte: waren die Armeen erst im Feuer, so mußten sie weiter. Der ,, Lebensraum", den sie eroberten, sollte ihr persönliches Eigentum werden. Die Slawen wären fast zu schlecht, ihre Knechte zu sein. Im Heer wurden Propagandalügen verbreitet über tausende vorgefundener Leichen und Verstümmelter in eroberten russischen Ortschaften. Aber trotz des ungeheuren militärischen Erfolges, den die überlegene, überrumpelnde Angriffstaktik den Deutschen zunächst gab trotz ihres tiefen Eindringens in das fremde Land-: die Stimmung der Truppen war mäßig. Hie und da stießen sie auf einen Widerstand, der in seiner Intensität ihnen völlig neu und tief unheimlich war. In den Wäldern begannen die Partisanen sich zu sammeln. Nur daheim in Deutschland war der Siegestaumel überschwenglich, unermeßlich. Die heimlichen Warner verstummten; vor Entsetzen die einen, die andern endgültig überzeugt. Indessen, im weiten Rußland selbst stand der blutige Schatten Napoleons , wenn auch noch verhüllt, am Horizont und sagte einer unglücklichen Millionenarmee ihren Untergang voraus.
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Steeger übte in den besetzten Städten eine ausgebreitete Tätigkeit aus, die an Menge und Art alles übertraf, was die Gestapo je hatte aussinnen und ausführen lassen. Er leitete die Sonderkommandos und die Abrechnungen mit den wider
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