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Vergangenes nicht Vergessenes : Erzählungen / Dora Wentscher
Entstehung
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Edwin, flüsterte er. Ja? kam es zurück. Kann ich offen reden? Aber leise. Wie sonst? Sag mal, Edwin, warum bist du so ein Hun- dertprozentiger geworden? Was ist los? Warum tust du mehr als man verlangt? Woher denn? Warum schlägst du den Menschen die Augen aus? Was tu ich? Das ist jetzt der Zweite, zischte Hans Warnke . Blödsinn. Ich hab es mir genau angesehen. Es war ein Schläfenschlag. Laß doch bloß so was, flüsterte Steeger

ärgerlich. Zufall, beharrte Hans Warnke. Weißt du, daß unser Erster, der unser erster Zinksarg

Jawoll, in dem unsre Leute lagen. Red nicht. Statt so einen Quatsch zu produzieren, könntest du lieber schlafen, raunte Steeger.

Daß der mit so einem Steckbrief durchgekommen ist! Mit einer Binde überm Auge, das werd ich nie begreifen.

s gibt Brillen.

Wenn schon!

Ist das alles, was du mir zu sagen hast?

Nein. Hans Warnke machte eine Miene, als würde er gleich zu weinen anfangen.Nein, nein, nein, nein. Er wimmerte.:

Du hast ja deinen Rausch noch nicht ausgeschlafen, flüsterte Edwin Steeger.Halts Maul und schlaf.

Hans Warnke setzte sich auf. Er hob den Finger:Sau- fen, fing er leise anist nicht schön. Es ist nicht an- ständig, sich zu betrinken, sagte er weinerlich.Aber anständiger ist es noch, als sich mit Grausamkeit zu be- tauben, fuhr er plötzlich heftig flüsternd fort.Viel an- ständiger, hörst du? Er rülpste.So wie du das machst

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