zitternd zusah, wie mein Vater und alle drei Kellner mit dem Tobenden rangen. Es dauerte lange, bis sie ihn am Boden hatten. Dann haben sie ihn gebunden.“ Edwin Steeger schwieg, legte sich auf den Rand seiner Pritsche zurück und schloß die Augen.„Da waren auch vier gegen einen“, flüsterte er kaum hörbar. Sein Mund hing schief.
„Eben— vier. Dieser Arbeiter hat uns verachtet‘‘, flüsterte Edwin Steeger und sah dem Freund wild ins erschrockene Gesicht.„Hast du seinen Blick gesehen?“
Hans Warnkes Augen antworteten: ja. Er hatte den Blick so gefühlt, daß er fürchtete, ihn nie mehr zu vergessen.
„Jetzt hast du zwar’ne verschlafene, aber doch normale Visage“, flüsterte Edwin Steeger erbittert.„Aber gestern hast du genau so eine rohe, schwitzende, verzerrte Fratze gehabt wie———
„Wie— nun wie wir alle, mich miteinbegriffen wahr- scheinlich. Aber der— der, mein Lieber, hatte ein Gesicht, ein Menschengesicht, ein——— Edwin Steegers Lippen zuckten schmerzlich.:
„Du bist ja ganz verrückt“, flüsterte Hans Warnke. „Ich hab’ zwar auch’nen komischen Traum gehabt; aber des-
“
wegen—
Edwin Steeger schnitt eine Grimasse.
„Halt’s Maul“, zischte Steeger,„wenn du je in deinem Leben ein Wort von dem wiederholst, was wir eben gespro- chen haben, erschlag ich dich!“
„Edwin“, sagte der Blonde leise, er schämte sich—„Wir sind doch Freunde, Edwin.“
„Quatsch nicht! Schluß! Laß uns noch’n paar Stunden schlafen. Morgen, wenn’s hell ist, ist alles anders.“
Am andern Morgen war wirklich alles anders. Edwin
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