Die glaubten ja, er, trotz seiner 22 Jahre, könne sich überhaupt nicht beherrschen. Wie sagte Mama? ,, Dr. phil., cand. jur., sechs erste Tennispreise, aber keine Selbstbeherrschung."
Die arme Mama! Wenn sie das miterlebt hätte. Sie wäre gestorben vor Entsetzen. Noch am Montag dieser selben Woche hätte Peter Elger nichts für möglich gehalten von dem, was er erlebt hatte: vollständig sinnlose Beschimpfungen, Erniedrigungen, viehische Roheit und Gewalt; und all das gegen Wehrlose. Phantasieuniformen, die dieser Niedertracht einen Rechtstitel verleihen sollten. Diese feigen Schurken. Nun, gut gehalten hatte er sich. Freilich, er hatte nichts zu verschweigen gehabt. Für Menschen, die im politischen Kampf standen, mußte es schwerer sein. Danke, ihm war's schwer genug gewesen.
Glück hatte er gehabt. Ein Auto erwischt; innerhalb zehn Minuten unbemerkt zu Hause rein, sich irgendwie verbunden, umgezogen, wieder raus. Mama war nicht aufgewacht.
Diese Banditen hatten ihm seine goldene Armbanduhr gestohlen und die Brieftasche mit mehr als 400 M. Jetzt muẞte er so fahren, ohne Geld. Etwas anderes wäre nicht in Frage gekommen. Mama hätte einen Arzt gerufen, mitgewollt; weiß der Himmel, was Mama alles gewollt hätte!
Bubi Elger ging schneller. Diese Wunden brannten infam. Vom Schmutz kam das auch. Namenlos gereizt fühlte er sich. Immer noch. Warum nur? Jetzt, da er wider Erwarten frei war? da er alle Aussicht hatte, fortzukommen? Konnten Verbrechen anderer einen Menschen beleidigen? Erniedrigten bestialische Handlungen irgend jemanden außer die, die sie vollführten? Brüllen hätte er sollen, mit den Fäusten schlagen er hatte doch Kraft, mehr als die Fäuste pah Sie hatten Ruten, und er war gebunden gewesen. Versuchen, nicht daran zu denken. Bubi Elger seufzte. Er zerrte an den Rucksackriemen, kratzte sich die Hüfte unterm Trenchcoat und schrie leise auf. Verdammt, jetzt hatte er die frische Haut abgerissen. Das war die Wunde von der ersten Nacht. Teufel auch. Er mußte sich zusammennehmen. Bis Schreiber
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