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DIE MILCH IST EINGETEILT
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In der ,, großen Zeit" des Weltkrieges trat an einem frühen Novembermorgen eine bekümmerte und unausgeschlafene alte Plätterin aus ihrer Wohnungstür. Ein kalter, mit altem Staub gemengter Windhauch fegte durch die zerbrochenen Fensterscheiben des Treppenflurs an ihre grobe, ein wenig rötliche Nase, unter die weißen buschigen Augenbrauen, in ihre kleinen entzündeten Augen, ohne daß ihr das im mindesten auffiel. Sie hatte sich längst gewöhnt, das Unangenehme, von dem das Leben wimmelt, möglichst ohne Bewußtsein hinzunehmen. Gedankenlos zerrieb ihre weiße, aufgeschwemmte Hand den Treppenstaub in ihren Augen.
Frau Rasenack brauchte nur einen Schritt zu machen, um bei der Nachbarin zu klopfen. Die Nachbarin hatte ihre vom Abwasch nassen Hände an den Hüften entlang gerieben und steckte ihren Zoddelkopf durch den Türspalt. Ihre Augent sahen unruhig aus dem winzigen Gesicht, das aussah, als hätte es der Schöpfer, falls er es gemacht haben sollte, aus Versehen von oben nach unten zusammengeknutscht.
,, Is was?" fragte sie ängstlich und versuchte mit der feuchtgebliebenen Hand, ohne ihre Tür weit zu öffnen, die Rasenack hereinzuziehen. ,, Kommen Sie rein, Rasenack, die Küche kühlt mir sonst aus."
Die Rasenack blieb steif stehen. ,, Nee doch, nee; ich muß nach' n Magistrat." Frau Rasenack spricht immer ruhig und heiser, heut spricht sie noch ruhiger und noch heiserer. ,, Weswegen ich komm: könnten Se nich' n bißchen nach meinem Mann sehen, Lohmann, derweile?"
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