vermeiden, die der Ligasache soviel Verständnis und Entgegenkommen bewiesen hatte.
Nach der zweiten Sitzung hatte die Marburger Liga vierunddreißig Mitglieder. Bevor die Herren aufbrachen, kündigte der Dekan noch an, daß die dritte Zusammenkunft, eine Vollversammlung, in genau einer Woche, am gleichen Ort und zur selben Stunde, stattfinden werde. Auf die Tagesordnung kämen, wichtige Beschlüsse', die nicht nur ihren kleinen Kreis beträfen, sondern ganz Deutschland . ,, Erscheinen ist Pflicht!" waren seine Abschiedsworte.
In diesen Tagen kam ein Brief aus Kopenhagen . Edgars älteste Schwester war hoffnungslos erkrankt und dem Sterben nahe. Der Brief stammte von einem Priester, der Edgars Adresse durch einen sonderbaren Zufall erhalten hatte.
,,... Ihre Schwester Hilde, die Witwe des Arztes Dr. Westruock, bittet Sie und Ihre Frau um Vergebung. Es ist ihr letzter Wunsch, Sie beide noch einmal zu sehen. Die Ärzte glauben, daß sie eine Woche kaum überleben dürfte... Ihre beiden anderen Schwestern und deren Ehemänner sitzen als Nazianhänger im Gefängnis..."
Sein Brief schloß mit den Worten: ,, Als Priester hielt ich es für meine Pflicht, Ihnen von dem letzten Wunsch der Sterbenden Mitteilung zu machen. Kommen Sie sofort, wenn Sie ihn erfüllen wollen..."
Als Edgar Norgam diesen Brief las, spiegelte sich Betroffenheit, aber auch Bitterkeit in seinen Zügen.
,, Nein, ich fahre nicht... Meine Schwester hat länger als dreißig Jahre ohne mich leben wollen... Mag sie, wenn es Gottes Wille ist, friedlich sterben. Ich habe dort nichts zu tun..."
,, Aber ich", sagte Esther." Deine Schwester ist auch meine Schwester. Was sie getan hat, mag sie mit sich und ihrem eigenen Gewissen abmachen. Wenn ein Mensch in höchster Seelennot auf dem Sterbebette ruft, dann gibt es nur eines: Diesem Ruf folgen! Edgar, ich bitte Dich inständigst; laß uns hinfahren, heute noch, vielleicht ist es morgen schon zu spät."
Edgar war wieder einmal von der Herzensgüte seines braven Weibes überwältigt. Seine scheinbare Härte und Bitterkeit schmolzen... Wortlos streichelte ihm Esther das Haar.
Drei Stunden später bestiegen sie in Frankfurt ein Flugzeug und landeten nach zwei Flugstunden in Kopenhagen . Sie fuhren sofort ins
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