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Ein Jude spricht für Deutschland / Schelomo Bar Eljokum
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Du glaubst mir nicht? Ich verspreche feierlich, daß ich während der nächsten drei Wochen ausruhen und höchstens ab und zu ein paar Briefe schreiben werde.

Sehen Sie, Herr Norgam! Habe ich nicht recht, skeptisch zu sein, wenn Karl verspricht...

Frau Weber, begütigte Edgar,ein paar Briefe das ist bald ge- schehen und strengt nicht an...!

Ich kenne meinen Karl besser; er wird den ganzen Tag Briefe schreiben...

Stimmt das, Karl?

Sie einigten sich auf durchschnittlich drei Briefe täglich, und Professor Weber besiegelte dieses Versprechen mit einem Kuß. Da rückte sie aber sofort noch mit einer zweiten Forderung heraus. Karl habe noch ein ınderes Versprechen einzulösen: Die gemeinsame Autoreise mit Norgams...

Auch in diesem Falle beteuerte der ‚besiegte Sieger, daß er bereit sei, zu seinem gegebenen Wort zu stehen, sobald Eric Norgam wieder Urlaub hätte und das Chauffieren übernehmen könnte.

So wurde dieser bedeutsame Tag spät, aber in glücklicher Stimmung, beendet.

Die Tage verflogen im Nu. Konzerte, Vorträge, Theater, kleine Aus- llüge sorgten für Abwechslung. Es blieb keine Zeit für Langweile.

In der zweiten Hälfte der dritten Woche nach dem ‚Sieg von X-Burg schrieb der Professor nach Kassel , um sich nach seiner Pensionierung zu erkundigen. Einige Tage später kam die erfreuliche Mitteilung, daß seinem Antrag stattgegeben worden sei; die Urkunde würde er in einer Woche durch die Universität Marburg erhalten.

Sofort verständigte er den Dekan telefonisch von dem Inhalt des Biefes...

Dann müßten wir eigentlich einmal Ihre Abschiedsfeier besprechen... Trotz allem, es ist schade, daß wir eine Kraft wie Sie verlieren!

Wenn es Ihnen recht ist, besuche ich Sie heute noch, Herr Dekan.

Sagen wir, gegen drei Uhr; ich habe auch etwas mit Ihnen zu be- sprechen, Herr Professor.

Einverstanden. Von drei bis fünf Uhr stehe ich zu ihrer Verfügung.

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