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Ein Jude spricht für Deutschland / Schelomo Bar Eljokum
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Zwei amerikanische Militärpolizisten bewachten den Angeklagten, von hauptsäch dessen Familie man nur die Eltern anwesend fand.

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Zunächst wurden seine Personalien verlesen. Dann erhielt Herr Oberstleutnant O'dell als amtierender Staatsanwalt das Wort, der zur Bekanntgabe der Anklageschrift mehr als zwei Stunden benötigte. Um elf Uhr dreißig begann die Zeugenvernehmung.

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Der Gastwirt Adam Spieß erschien als erster Zeuge. Nachdem er auf die Heiligkeit des Eides aufmerksam gemacht worden war, wie das bei Zeugen immer geschieht, mußte er diesen leisten. Auch er hatte zunächst seine Personalien hinsichtlich Alter, Religion und Familie zu Protokoll zu geben, ferner auszusagen, ob er verwandt oder verschwä­gert mit dem Angeklagten sei.

Als er dies verneinte, begann die Vernehmung:

,, Was wissen Sie von dem Fall", fragte der Vorsitzende.

,, Heinrich Gercke kam mit Katharina Kohl in meine Wirtsstube, in der noch andere Gäste Platz genommen hatten; unter ihnen auch Leute in Uniform... Von der Wehrmacht , und von der Nazipartei." ,, Bestand nach Ihrer Ansicht ein Unterschied zwischen diesen beiden mswörtchen Machtgruppen, Herr Zeuge?"

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,, Ja,- ein gewaltiger", sagte der Zeuge und fuhr fort ,,, soweit ich mich erinnern kann, trank Heinrich Gercke mehrere Biere und einige Steinhäger. Fräulein Kohl nahm einen Steinhäger. Dann verließen beide das Lokal. Nach etwa einer Stunde kamen sie in Begleitung des früheren Lehrers Waldeck, der sich damals als SS - Truppführer auf Urlaub be­fand, zurück. Gercke und die Kohl zechten weiter; der SS - Truppführer trank nichts. Auf seinen Wink hörte auch die Kohl zu trinken auf."

Die Verteidigung wollte wissen, wieso der Zeuge zu der Annahme gekommen sei, daß Fräulein Kohl einen solchen Wink bekommen habe. ,, Sehr einfach; ich becbachtete sie und den Truppführer, die früher sehr eng befreundet waren; jeder in X- Burg war der Meinung, die bei­den würden einmal ein Paar."

,, Fiel es Ihnen nicht auf, Herr Zeuge, daß Fräulein Kohl Heinrich Gercke, ihren Verlobten, ruhig weiter trinken ließ? Haben Sie sich darüber nicht Ihre eigenen Gedanken gemacht?"

,, Nicht, daß ich wüßte."

,, Wenn Sie, wie Sie gerade sagten, Leute beobachteten, hätte Ihnen das doch auffallen müssen. Herr Zeuge."

,, Es geht soviel vor in einem Wirtszimmer, man muß seine Ohren und Augen überall haben...

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