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Ein Jude spricht für Deutschland / Schelomo Bar Eljokum
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Esther telegraphierte mir bald, daß sie Platz auf der ,, Furchtlos" be­kommen habe, Tag und Stunde der Ankunft aber nicht angeben könne. Kriegsrecht verbot das in U.S.A.

Meine Wunden machten mir allerhand zu schaffen, und meine Ner­ven begannen, mich im Stich zu lassen. Die Oberschwester scherzte: Wenn erst Fräulein Esther hier ist, wird es Ihnen viel besser ergehen." Tag um Tag verging, mein Zustand war manchmal besser, manchmal schlechter.

Eines Tages kam die Krankenschwester an mein Bett und flüsterte: , Herr Major, für Sie ist Besuch hier, wenn Sie..." Sie sprach nicht wei­ter; denn der Besuch' trat inzwischen ins Krankenzimmer..... Esther! Worte können unser Wiedersehen nicht schildern. Wir lagen uns in den Armen. Die Krankenschwester verließ das Zimmer....

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Nach langem Schweigen sagte Esther:, Edgar, Gott ist doch all­gütiger, als der Mensch ahnen kann.""

Edgar Norgam schien, obwohl dies Jahrzehnte zurücklag, von Gefühlen überwältigt, als er von diesem Wiedersehen sprach. Erst nach einigem Nachdenken meisterte er seine innere Aufwallung.

,, So, Karl, jetzt habe ich aber genug erzählt! Ohne mein Tagebuch hätte ich mich doch nicht mehr an alles so genau erinnern können." ,, Berichte doch weiter", bat Professor Weber... und der Amerikaner erfüllte seines Freundes Wunsch.

,, Am ersten Tag blieb sie ungefähr vier Stunden bei mir, dann täglich etwas länger was natürlich gegen die Spitalbestimmungen ver­stieß. Aber Not bricht Gesetze, und Not war's.--Herzensnot. Wochen

Tage vergingen

Esther war nach meiner Abreise nie mit meinen Leuten in irgendeinem Kontakt gewesen, darum konnte sie mir nichts von deren Geschick er­zählen. Natürlich teilte sie ihnen auch kein Wort von ihrer Reise zu mir mit. Daß Esther ungefähr ein Jahr zuvor durch eine Zeitungsnotiz vom Ableben meiner Mutter erfahren hatte, sagte sie mir erst, als ich mich wieder kräftiger fühlte. Diese Nachricht gab mir, wie Du Dir denken kannst, einen gewaltigen Schock.

Wir machten Pläne... und es galt als beschlossen, daß Esther, wenn sie jemals wieder nach Europa fahren sollte, so nur als meine Frau. Un­sere Trauung fand vier Monate nach ihrer Ankunft statt. Randaus konn­ten nicht kommen, da Herr Randau kurz vorher einen Schlaganfall er­litten hatte, von dem er noch nicht genesen war.

Ja, die Hochzeitsfeier hatten wir uns früher einmal anders vorgestellt. Ich lag bis Ende 1918 im Spital, dann wurde ich zur häuslichen Pflege

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