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Ein Jude spricht für Deutschland / Schelomo Bar Eljokum
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Professor Weber sagte seiner Frau, daß die Gäste um acht Uhr kom­men wollten.

,, Was soll ich ihnen anbieten, Karl? Ich habe gar nichts gekocht." ,, Sie kommen sicher nicht zum Abendessen."

,, Kommt der Sohn auch mit?"

,, Denkst Du, er würde seine Eltern am ersten Abend allein lassen?" Während der nächsten halben Stunde fragte er seine Frau wenigstens ein halbes Dutzend Mal, wie spät es sei. Geduldig antwortete sie jedes­mal, wußte sie doch, wie freudig erregt er war.... Kein Wunder,-- solch gute Freunde, und so viele Jahre hatten sie einander nicht ge­sehen!.... Nach der ersten Begegnung wird sich die Nervosität schon legen. Mittlerweile wurde es acht Uhr, die Gäste waren jedoch noch nicht da.

Der Professor ging im Zimmer auf und ab. Frau Weber blieb auf ihrer Hut: Ihm nur jetzt keinen Anlaß zum Ärger geben, dachte sie.

,, Karl, sie sind sicher aufgehalten worden.... Nach einer Reise kann man unmöglich mit Pünktlichkeit auf die Minute rechnen... Du scheinst.....

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,, Ich bin bestimmt weniger nervös, Erna...."

Er kam nicht mehr dazu, den Satz zu beenden. Die Türglocke läutete. Edgar Norgam, seine Frau und sein Sohn standen vor ihm.......

Die Begrüßung der alten Freunde glich einer Feierlichkeit. Der Sohn stellte seine Mutter und sich selbst Frau Weber vor. Die beiden Freunde fielen sich wortlos in die Arme. Beide hatten Tränen in den Augen.

,, Frau Norgam," sagte Professor Weber: ,, Sie denken jetzt, daß wir uns wie Kinder benehmen. Tatsache ist, Edgar und ich sind so gerührt, daß wir selbst nicht wissen, was mit uns los ist."

,, Ja, ja genau so ist es", bestätigte Edgar seiner Frau.

Die alten Norgams fühlten sich sofort wie zu Hause, und auch dem Hauptmann erging es kaum anders. Er war außerordentlich tief ergriffen, ohne eigentlich zu wissen warum. Sah er heute zum ersten Mal Deutsche mit anderen Augen als bisher. Vielleicht dachte er an die Schlachten, die er mitgemacht hatte, in denen Deutsche und Amerikaner sich gegen­seitig töteten..... und nun: Sein eigener Vater in freundschaftlicher Umarmung mit einem Deutschen .. Wer konnte es erklären? War die­ser deutsche Professor wirklich ein Freund seines Vaters? Können Deutsche überhaupt Freunde sein? Sind Deutsche Tränen wert?- von Männern wie sein wunderbarer Vater, den er nie in seinem Leben hatte weinen sehen, nie eine einzige Träne, es sei denn, solche des Lachens? Und dieser Mann benahm sich heute so. Sollte der Professor

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