„Warum stellst Du das Radio ab, Karl?“ „Für literarisches Geschwätz habe ich momentan wenig Verständnis. Bekommen die Menschen dadurch Wohnung, Brot und Kleider....? Gibt es kein zeitgemäßeres Thema für das Volk? Ach, wir in Deutschland sind noch ärmer als ich dachte.“
„Mann, Mann, sei nur nicht so ungehalten. Viele, viele Menschen inter- essieren sich für solche Übertragungen, Du selbst auch, und wenn Du noch so dagegen wetterst.“
Er lachte und gab seiner Frau, welche die Situation völlig beherrschte, einen Kuß. Die Zeit verging, allmählich war es vier Uhr nachmittags ge- worden.
„Wie wär’s, wenn wir jetzt doch noch ins Kino gingen?“ fragte er seine Frau.
„Möchtest Du wirklich, Mann?“
„Warum nicht?“
„Wie der Doktor, will ich mich in ‚Deiner juristischen Sprache aus- drücken‘. Ich ‚verdächtige‘ Dich, daß Du nur meinetwegen ins Kino gehen willst.“
„Vielleicht ist dies unbewußt mein Grund. Also gehen wir!„Macht des Nichts“, mag gut sein oder schlecht, der Titel reizt jedenfalls.“
„Karl, halte mir aber später nicht vor, daß Du nur mir zuliebe ge- gangen bist; denn dann bleibe ich lieber zu Hause.“
„Nein, nein, Frau. Ich werde das bestimmt nicht sagen.“
Sie gingen und wurden reichlich belohnt. Das Stück war wirklich gut und von überraschend hohem philosophischen Wert. Marburger Kinos konnten sich das erlauben; denn etwa dreitausend Studenten und Fremde, die täglich in Marburg weilten, verbürgten immerhin ein ver- ständnisvolles und bereitwilliges Publikum. Webers kamen erst um viertel nach sieben nach Hause, drehten, an der Tür angelangt, sich wie- der um, weil sie abermals auswärts zu essen beschlossen... Sie gingen ins nahe Bahnhofsrestaurant, wo sie zwei bekannte Familien trafen, die dort auch ihr Abendessen einnehmen wollten. Die Kellner rückten klei-
nere Tische zusammen, und so war die gemeinsame Tafel hergestellt. Sie hatten es wirklich gut getroffen, denn es gab Forellen, die alle sechs gerne aßen. Anschließend tranken sie Kaffee, die Herren rauchten Zigarren,„Taunusgewächs“, während die Damen sich Zigaretten an- steckten. Frau Weber erregte damit das Erstaunen ihres Gemahls, der sie seit Jahr und Tag nicht hatte rauchen sehen...
„Frau, was ist los mit Dir?“
„Ja, in meinen alten Tagen beginne ich noch, leichtsinnig zu werden.“
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