,, Karl", rief am folgenden Morgen Frau Weber ,,, hier hast Du's!" ,, Was?"
,, In der„, Lahnpost" steht schon die Nachricht von Heinrichs Verhaftung."
,, Ach laß mich das bitte lesen!"
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Vergangenen Sonntag wurde von der amerikanischen Militärpolizei in X- Burg der frühere SS- Mann Heinrich Gercke verhaftet. Nähere Mitteilungen liegen nicht vor. Wahrscheinlich handelt es sich um irgendein Verbrechen, das erst in den letzten Tagen ans Licht gekommen ist. Wir werden unsere Leser auf dem laufenden halten. Trotzdem wollen wir schon heute gesagt sein lassen, daß jede Schandtat dieser Nazibande selbstverständlich gesühnt werden muß. Dem Verhafteten, der, nachdem er in die Partei eintrat, ein guter Hi.lerdiener wurde, darf es nicht erspart bleiben, daß einmal gründlich in seine Nazierlebnisse hineingeleuchtet wird. Die Familie hatte, soweit wir informiert sind, nie Vorteile durch ihn gehabt. Das stellen wir mit Genugtuung fest, um so mehr, als der Vater dieses Nazibonzen mehr als fünfundzwanzig Jahre Vorsteher der Freiwilligen Feuerwehr X- Burgs war und sich redlich bemühte, allen Obliegenheiten gerecht zu werden. Was gegen ihn spricht, ist, daß er erst spät, im Jahre 1939, seinen Posten niederlegte; hätte er doch nach der Machtergreifung durch, Adolf den Schrecklichen' sofort sein Amt zur Verfügung stellen sollen..."
,, Frau, hör Dir nur die, Sachlichkeit dieses Käseblattes an! Man ist allerdings schon gewohnt, was Zeitungen dieser Art sich leisten. Wenn solche Blätter keine weiteren Tatsachen gegen die Gerckes ins Feld führen, als daß der Familienvater, zu spät' sein Amt bei der Feuerwehr niederlegte, dann ist, so glaube ich, nicht allzuviel verloren, wenn man solche Druckerzeugnisse abbestellt.... Schadenfreude, der Teufel buhlt um Dich."
,, Karl, nie hätte ich gedacht, daß Deutsche so gehässig sein können, so schadenfroh. Ich glaubte immer, nur Nazis in Reinkultur wären dazu fähig."
,, Mit Nationalität, liebe Frau, hat das nichts zu tun. Dummheit und Charakterschwäche ist die richtigere Bezeichnung dafür..."
*
Die Post brachte heute den erwarteten Brief von Paula: ,, Sehr geehrter Herr Professor!
Meine Aufregung konnten Sie sicher merken, als Sie mit mir sprachen. Nachdem wir wissen, daß Sie die Verteidigung übernehmen, sind wir
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