Druckschrift 
Ein Jude spricht für Deutschland / Schelomo Bar Eljokum
Seite
20
Einzelbild herunterladen

ärztliche Gutachten feststellte, daß der Tod durch vier Axthiebe her- beigeführt wurde, von denen, wie bekannt, jeder einzelne Axthieb tödlich war. Acht Axtträger schlugen somit das Opfer überhaupt nicht. Nach meiner Ansicht kann eine Bestrafung in kollektivem Sinne überhaupt nicht in Frage kommen, selbst wenn die Tat nie gesühnt wird. Nach Ansicht des polnischen Staatsanwaltes müßten nicht nur die zwölf Axt- träger bestraft werden, sondern alle-vierzig Männer, und zwar wegen Kollektivverbrechens. Warum? Weil diese vierzig einer Sache dienten, für eine gemeinsame Kollektivität arbeiteten, usw. Waren sie doch ent- weder kommandierte, gewählte oder bezahlte Arbeitskräfte.

So, für heute ist es reichlich spät geworden; daher breche ich meinen Vortrag ab, und morgen bringe ich die Fortsetzung. Guten Tag, meine Herren!

Heute kommst Du aber wieder ziemlich spät, sagte seine Frau, als er ins Haus trat.Hast Du Dich unterwegs aufgehalten? Du bist sicher- lich sehr hungrig. Jetzt gebe ich Dir schnell einen Imbiß und dann richte ich Dein Mittagessen.

Alles gut, alles recht, den Imbiß nehme ich gerne; komm, ich gehe mit Dir in die Küche, damit Du nicht extra im Eßzimmer anrichten mußt.

Gott , oh Gott, was für einen ritterlichen Ehemann habe ich! Ich kenne Dich gar nicht wieder. Das ist das erste Mal in unserer Ehe, daß Du in der Küche essen willst. Was ist denn eigentlich los mit Dir?

Was mit mir los ist? Das willich Dir sagen. Ich bin in meinem Amte seit langem nicht so glücklich gewesen wie heute.

Wieso? Erzähle es mir doch.

Gedulde Dich bitte; erst muß ich etwas essen, sonst falle ich vor Hunger noch um.

Na, dann muß ich aber sofort in die Küche gehen!

Sie nahm ihn bei der Hand und zog ihn mit sich in die Küche. Der Hungrige drei Butterbrote mit Wurst, Käse, aufgeschnittenen Eiern, trank zwei Gläser Milch dazu und nahm schließlich noch Apfelkompott als Nachtisch. Das war so reichlich, daß damit auch die Frage des Mit- tagessens erledigt war.

Das hat alles wundervoll geschmeckt. Wo hast Du nur den ‚Fang gemacht? Warst Du hamstern?

Eigentlich wollte ich Dir das erst nach dem Mittagessen sagen. Frau Justus Schneider aus Anzefahr war schon heute früh gegen neun Uhr hier, gerade als Du das Haus verlassen hattest. Sie brachte uns all diese Raritäten.

20