sprechen?" ,, Nein, Herrn Transfeld nicht, aber bleiben Sie mal am Apparat." Es meldete sich Obersturmbannführer Schmeher: ,, Womit stehe ich zu Diensten, gnädige Frau?"
,, Es handelt sich darum, daß mein Mann ständig bei Herrn Transfeld anrufen soll, dieser aber nie zu erreichen ist. Nun stehen aber für uns wichtige Belange auf dem Spiel, wir müssen nach Lemberg fahren. Es liegt ein Gestellungsbefehl für meinen Mann vor!"
,, Ja, wieso können Sie denn das wissen?", fragte er ganz betroffen und scheinbar gut eingeweiht. ,, Ja, dann geben Sie mir mal Ihren Mann."
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,, Hier spricht Utsch."„ ,, So, Sie wollen nach Lemberg ? Ja nun, fahren Sie, es liegt gar nicht an uns, Sie davon abzuhalten. Fahren Sie ruhig, aber einen Gefallen tun Sie mir und melden sie sich in Lemberg bei unserer Gestapo .
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Der Ring schloß sich. Ein letzter Versuch der Gestapo , mich erneut in ihre Maschen zu verstricken, wurde durch Instinkt und Wachsamkeit und durch scharfes Zupacken meiner Frau abgewehrt. Wir fuhren nach Lemberg . Rückkehr in das kleine, geliebte Heim. Alles Altvertraute war, soweit es nicht durch den Zugriff der Gestapo zerstört und annektiert worden war, vorhanden, wie ich es verließ. Mit wachsamen Augen und fürsorgender Hand hatte dies die Frau zuwege gebracht. Der kleine Kreis guter Bekannter, Gegner der sinnlosen Menschenmörder, hatte sich treu um sie geschart und war nun zur Stelle, uns die ersten Tage der Rückkehr zu verschönern. Man sorgte für Fleisch im Topfe und andere kleine Annehmlichkeiten.
Ich meldete mich bei der Gestapo und fand zu Hause den inzwischen erneut ergangenen Gestellungsbefehl vor. Sofort zum Wehrüberwachungsamt! Inzwischen war es Mitte Dezember geworden. In dem überheizten Wachlokal der Wehrmeldestelle sollte ein Handel ausgetragen werden, uns wenigstens bis über die Feiertage nach dreizehn Monaten KZ- Lager in Freiheit still miteinander leben zu lassen. Mein Versuch miẞlang völlig.
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