len noch etwas Besonderes drehen. Aber sind wir nicht, zwei Frauen und ein Mann, zusammen ebenso klug, wie die ganze Bagage?"
Wir kamen an der Jagellonischen Bibliothek vorbei, warfen einen Blick in die Säulenhalle und betrachteten den Kopernikus . ,, Wollen wir wieder zurück ins Hotel?" Allgemeiner Protest! ,, 30 Grad Kälte, kein Feuer in der Bude! Da heizt auch Ihr mit Eurer jungen Liebe nicht, Ihr altes Ehepaar!" Doch! Wir müssen mal schauen! Vielleicht hat Liselotte aus Lemberg angerufen oder telegraphiert. Ich habe ein beunruhigendes Gefühl." Gedacht, getan!
99
Doch nichts lag vor. ,, Ich weiß, es geschieht etwas. Irgendetwas wird unternommen, was Dir, Bert, nochmal das Genick brechen soll", ängstigt sich meine Frau. ,, Ich mache den Vorschlag, unser Schwabenmädel fährt so bald wie möglich auch zurück nach Lemberg und bleibt in unserer Wohnung." ,, Wieso?" ,, Erstens ist unsere Wohnung gefährdet und zweitens soll jemand da sein, falls wichtige Post einläuft." ,, Was Du nur immer hast!" ,, Glaubt meinem Instinkt. Aber jetzt gehen wir erst mal essen. Ich empfehle heute zur Feier des Tages ein gutes Lokal. Marken haben wir. Und dann heißt es Verbindungen aufnehmen."
Am nächsten Tage rief ich an. Pünktlich um 9 Uhr sprach ich mit Transfeld: Ja, rufen Sie doch morgen, nein, übermorgen erst wieder an, um die gleiche Zeit bitte. Dann werde ich vielleicht da sein." Aus der Portierloge des Hotels kehrte ich in das frostigkalte Hotelzimmer zurück und wir hielten Kriegsrat über die neue Lage.„ Er will Zeit gewinnen, er braucht Zeit für irgendeine neue Attraktion", sagte Elisabeth. Ich selbst bin noch so in all dem Neuen befangen und will es an mich herankommen lassen. Aber dann schließe ich mich den schützenden und klugen Betrachtungen und Entschlüssen meiner Frau an. Unsere Schwäbin soll endgültig fahren. Liselotte hatte inzwischen Lemberg verlassen, um in Urlaub zu gehen. So stand die Wohnung unbewacht.
138
-


