burtstag und Häftlingsnummer trägt, jedoch keinerlei Mitteilungen. Geld, Foto- und Bildereinlagen in Briefen sind verboten. Die Annahme von Postsendungen, die den gestellten Anforderungen nicht entsprechen, wird verweigert. Unübersichtliche, schlecht lesbare Briefe werden vernichtet. Im Lager kann alles gekauft werden. Nationalsozialistische Zeitungen sind zugelassen, müssen aber vom Häftling selbst im KZ- Lager bestellt werden. Der Lagerkommandant.
Zu den schwierigsten Kapiteln im Lagerleben zählte das Briefschreiben. In jeder Weise merkte man hier den Versuch der Gestapostellen, die familiäre Bindung des Häftlings zu durchschneiden, ihn langsam von den Seinen zu isolieren, ihn als den aus der Gemeinschaft Ausgeschiedenen selber abtrünnig zu machen und von außen und innen her alles zu durchlöchern und zu durchsieben, was noch an Halt da war, nachdem ein Häftling längere Zeit durch die Maschen der Gestapomaschinerie gelaufen war und schließlich im Lager landete und dann endlich der Zeitpunkt gekommen war, den langersehnten Brief zu schreiben.
Hatte diese oben angeführte Lagerordnung, die auf jedem Briefkopf und offen auf der Rückseite jeder Postkarte in rotgedruckten Lettern zu lesen war, mehr Bedeutung für die Außenwelt, so war für die interne Handhabung noch viel mehr ausgedacht worden, um den Häftlingen das Schreiben eines wirklich persönlichen Briefes zu erschweren. Die persönliche Bindung wurde durch diese nichtssagenden, belanglosen Lebenszeichen mit der Zeit immer lockerer, wenn sie nicht von Haus aus stark war, und von den anderen nicht die Zusammenhänge erfühlt und erkannt wurden. Sonst kam es leicht zum Einschläfern der Korrespondenz.
Auch auf den Blocks war es an den sogenannten Schreibtagen nicht einfach, seinen Brief zu schreiben. Es war nicht richtig für Feder und Tinte gesorgt, denn es gab nur gespaltene, abgekritzelte, verbrauchte Federn und eine verfilzte, dicke Flüssigkeit diente als Tinte. Man mußte schon über gute und gewohnte Beziehungen verfügen und entsprechende
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