mal nahm man diese Menschen, die wegen ihrer Veranlagung oder vermöge ihres zweiten Gesichtes strafweise ins Lager gekommen waren, ganz ernst, ja so ernst, daß sie über Mussolinis Aufenthalt Bescheid wissen sollten.
Ich erfuhr, daß viele ernsthaft auf die Frage eingingen, manche aber zum Trotz und aus Verachtung absichtlich verwirrende Angaben machten. Es wurde dem Häftling, der wirklich sachdienliche Angaben machen konnte, Freiheit versprochen. Die meisten Häftlinge kamen noch am gleichen Tage zurück, einige wurden noch im Reichssicherheitshauptamt zu weiteren Besprechungen zurückgehalten. Als sich dann nach Tagen Mussolinis wirklicher Aufenthaltsort herausstellte, meldete sich ein Häftling, der die absolut zutreffenden Angaben hellsichtig gemacht haben sollte und dafür nun entlassen werden wollte. Er wollte den Gran- Sasso, wo Mussolini in Gefangenschaft weilte, beschrieben haben und Einzelheiten darüber angegeben haben. Dieser Häftling soll tatsächlich entlassen worden sein.
Langsam wird es wärmer, ja die Jahreszeit schreitet voran und während vor kurzem noch die„ ,, polnische Dampfheizung" ( das Klopfen der Hände auf dem Rücken) die Hauptbeschäftigung all der abgehärmten Muselmänner bildete, sah man jetzt die Zigaretten- Heischenden in Gruppen ihren schimmligen Mahorka rauchen, der, in Zeitungspapier zu Stäbchen geformt, den Rest der Gesundheit der Elenden unterminierte.
Ich bin gerade wieder mit Alfred im Gespräch, einem auch dem Nikotin restlos Verfallenen; er macht ein Gesicht, weil kleine Pusteln und rötlicher Ausschlag sein Gesicht und vornehmlich den Rücken, verbunden mit einem schauderhaften Jucken, entstellt haben; unser Gespräch ist heute am Schluß bei Gott angelangt. Eigentümlich, die Schnorrereien um Tabak brachten uns auf dieses Gespräch.
Gespräche mit dem Freunde.
Es geschah mindestens dreißig Mal, daß wir in allea Sprachen um das ersehnte bißchen Tabak angesprochen wurden.
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