sen ist wieder zurückzuführen, gleich von meinem Zimmer aus. Das Weitere werde ich veranlassen!"
Die Hoffnung auf Klarheit, auf die Herbeiführung eines Ausgleichs, auf irgendeine Bereinigung meines sogenannten Falles, versank im Abgrund.
Ich fühlte mich wieder als Häftling. So gehoben die Situation auch war, so aussichtsreich mir für Augenblicke mein Kampf erschien, so bestimmt stand nun wieder das Dilemma der Ungewißheit und der Schrecken der Rückkehr in das Lager vor mir und betäubte meine Sinne.
Durch Flure und Gänge ging es wieder hinüber in das andere Haus. Hier hatte ich in der Gemeinschaftszelle gerade noch Gelegenheit, den anderen Insassen je ein Stück Kuchen aus dem Paket der geliebten Frau abzugeben und gute Miene zum bösen Spiel zu machen.
Ich erzählte von dem Besuch und alles war überrascht über die Freizügigkeit, mir diesen Besuch zu gewähren, obwohl ich doch aus dem KZ sei. Meinen Bekannten bat ich, in Frankfurt/ Main meinen Schwiegervater aufzusuchen, falls er jemals dazu Gelegenheit haben und wieder in Freiheit gesetzt werden sollte. Ich trug ihm auf, vor allem auszurichten, daß ich nicht wüßte, warum ich im Lager sei, und in dieser Richtung den Versuch einer Befreiungsaktion von außen her durch Gesuche zu betreiben.
Der Bekannte gelobte mir dies. Ich war gerade mit dem Gespräch zu Ende, als auch schon mein Name und, zum Erstaunen aller, auch der des jugoslawischen Journalisten von einem uniformierten Beamten von einem Zettel abgelesen wurde und uns dieser bedeutete, mit unseren Sachen marschfertig zu erscheinen.
Wir wurden in einen großen Mercedeswagen gebracht; es wurden noch Bücher verladen, die auch nach Sachsenhausen sollten. Mir fiel dabei auf, daß im Zusammenhang mit den
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